Freund mit Kreissäge getötet - mehr als zwölf Jahre Haft

Urteil Zwölfeinhalb Jahre wegen Totschlags

Mit einer Mappe verdeckt die Angeklagte im Gerichtssaal ihr Gesicht.

Das Urteil war für die Staatsanwaltschaft sowie für die Eltern des Opfers, die als Nebenkläger auftraten, eine Überraschung.

Der Vorsitzende der ersten großen Strafkammer, Michael Höhne, hatte in seiner Urteilsbegründung erläutert, dass die Kammer schon davon ausgehe, dass Alexander H. zum Zeitpunkt seines Todes eine abgeklebte Schwimmbrille trug und ans Bett gefesselt war. "Wer einem anderen eine laufende Handkreissäge zweimal gegen den Hals drückt, handelt mit absolutem Vernichtungswillen".

Darauf konnte die Angeklagte keine plausiblen Antworten geben.

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes gefordert. Die Kammer sei zu dem Schluss gekommen, dass der Tötungsentschluss vor der Fesselung nicht nachweisbar sei. Spätestens als sie den Mann arg- und wehrlos vor sich liegen sah, habe sie aber den Entschluss gefasst.

Der Richter folgte jedoch der Darstellung von Gabriele P. Demnach hatte sie die Tötung ihres Freundes, der sie jahrelang gedemütigt und zu von ihr nicht gewollten Sexpraktiken genötigt hatte, nicht geplant.

Monatelang lag die Leiche im Dachboden des Einfamilienhauses in Haar bei München, in dem die Frau mit zwei Mitbewohnern lebte. Mord oder Totschlag? Im Prozess gehen die Meinungen von Anklage und Verteidigung weit auseinander. Allerdings hat die Kammer weiter ausgeführt, dass ein Mordmerkmal der Heimtücke nur dann vorliegt, wenn die Wehrlosigkeit auf der Arglosigkeit beruht.

Gefundene Tagebuch-Aufzeichnungen, in denen Gabi P. das Verbrechen detailliert schildert, waren Beweismittel im Prozess.

Gerade diesen Punkt sah Verteidigerin Birgit Schwerdt anders.

Vor Gericht hat die Pädagogik-Studentin das Verbrechen gestanden. Mit ihrem neuen Freund hatte die Angeklagte den Toten im Garten ihrer Wohngemeinschaft vergraben. Sie könne sich nur daran erinnern, "die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben", sagte sie vor Gericht.

Erst 2016 kam die Tat ans Licht.

Als Tatmotiv gab die Angeklagte Angst vor ihrem Lebensgefährten an. Der Verlobte sitzt wegen Strafvereitelung bereits im Gefängnis.

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