Kurz nach Börsengang : Quartalszahlen-Desaster für Snapchat-Firma

Das Toolkit von Snapchat wird ab sofort vertikal angezeigt

Der Betreiber der populären Foto-App Snapchat hat enttäuschende erste Quartalszahlen nach dem Börsengang im März vorgelegt.

Kommt nach dem Höhenflug von Snap Inc. nun der tiefe Fall?

Viel schwerer wog, dass Snap auch bei Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz die Analystenprognosen verfehlte. Aufgrund aktienbasierter Sonderkosten im Zuge des Börsengangs weitete sich zudem der Verlust im Quartal auf 2,21 Milliarden von 104 Millionen Dollar aus.

Nutzer müssen sich also schon lange nicht mehr die Snapchat-App runterladen, um Selbstzerstörer-Funktionen nutzen zu können. Inzwischen wurde Snapchat von seinem grössten Konkurrenten überholt: Instagram Stories hat bereits über 200 Millionen tägliche Nutzer. Die Nutzer würden durchschnittlich drei Milliarden Einträge pro Tag produzieren und seien jeden Tag mehr als 30 Minuten auf dem sozialen Netzwerk aktiv.

Die Snap-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise über 22 Prozent auf 17,88 Dollar. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute beim Zustrom neuer Nutzer weiter. Instagram legt auch ein ganz anderes Wachstumstempo vor: Die App gewann zwischen Dezember 2016 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen.

Snap-Chef Evan Spiegel reagierte auf die Sache übrigens besonders dünnhäutig, manche schreiben sogar von einem "bizarren Auftritt" (via Meedia): In der üblichen Telefonkonferenz mit Anlegern wurde er gefragt, ob er Angst vor Facebook und Instagram Stories habe. Der Web-Pionier Yahoo hatte es nie geschafft, bei der Internet-Suche zu Google aufzuschließen und verkaufte schließlich sein Online-Geschäft für wenige Milliarden Dollar. Dank sprudelnder Werbeeinahmen vervierfachte sich der Umsatz aktuell nahezu auf 149,6 Millionen Dollar - blieb damit aber ebenso wie die Nutzer-Zahl hinter den Erwartungen zurück. Viele Experten befürchten derzeit, dass die Aktie des Tech-Unternehmen viel zu hoch bewertet ist - denn bisher hat das Unternehmen aus Los Angeles noch keinen Dollar Gewinn gemacht. Die Analysten hatten jedoch eher mit rund 158 Millionen gerechnet.

Bei seinem Börsendebüt am 2. März hatte Snap seine Aktionäre noch verzückt.

Einen Kurssturz nach dem Börsengang hatte einst auch Facebook erlebt. Vor zwei Monaten ging Snap an die Börse - und wurde von den Investoren hochgejubelt.

Während die Aktien von AT&T vorbörslich auf der Stelle traten, sackten die Papiere von Straight Path um rund 20 Prozent auf knapp 179 Dollar ab.

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