Morgendlicher Wählerandrang bei Präsidentenwahl im Iran

Im Fall seines Wahlsiegs will Ebrahim Raeissi den Iran stärker gegen den Westen abgrenzen

Sein konservativer Rivale Ebrahim Raisi wirbt dagegen für eine "Widerstandswirtschaft" und eine "Diplomatie der Stärke".

Ein Ministeriumssprecher sagte dem staatlichen Fernsehen, dass die Wahllokale voraussichtlich am Freitag bis 2300 oder gar Mitternacht Ortszeit (2030/2130 MESZ) geöffnet sein sollten.

Laut der Wahlkommission gaben bis 17.00 Uhr bereits rund 20 der 56,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Am Freitag bildeten sich nach Berichten von Augenzeugen vor vielen Wahllokalen in der Hauptstadt Teheran lange Schlangen. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei sagte bei der Stimmabgabe, "das Schicksal das Landes liegt in den Händen der Iraner".

Raisi, der in einer Moschee im ärmeren Süden Teherans wählte, propagierte eine "maximale Beteiligung". Er kritisierte Hunderte "Akte der Propaganda" von Regierungsvertretern zugunsten von Rouhani und forderte das Einschreiten der Wahlkommission. Ruhani habe wegen des Atomabkommens die Atomforschung sowie das Raketen- und Raumfahrtprogramm zurückgefahren, beklagte er.

Wichtigster Erfolg Ruhanis ist das Atomabkommen, das im Januar 2016 zur Aufhebung der im Atomstreit verhängten Sanktionen gegen den Iran führte. Raisi stellt zwar das Abkommen nicht generell in Frage, da es die Billigung Chameneis hat, doch wirft er Ruhani vor, zu wenig daraus gemacht zu haben. Die anderen beiden Kandidaten galten als chancenlos. Zudem versprach er eine Stärkung der Bürgerrechte und mehr kulturelle Freiheiten.

Trotz der Zugeständnisse des Irans beim Atomprogramm bleibt das Verhältnis zu den USA angespannt. Unter seiner Präsidentschaft sind manche Dinge wieder möglich, die zuvor sanktioniert wurden. Mit Ergebnissen wird heute gerechnet. Sollte keiner der fünf Kandidaten die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent plus eine Stimme erreicht haben, entscheidet eine Stichwahl. Die Iraner waren auch aufgerufen, die Stadt- und Gemeinderäte zu bestimmen, wobei die Reformer besonders hofften, in den großen Städten Teheran, Maschhad und Isfahan die Konservativen abzulösen.

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