Polit-Beben in Brasilien: Präsident Temer lehnt Rücktritt ab

Gab er grünes Licht den inhaftierten früheren Parlamentspräsidenten Eudardo Cunha mit Geld zum Schweigen zu bringen? Brasiliens Präsident Michel Temer

Brasiliens Präsident Michel Temer steht unter Korruptionsverdacht. Temers Ablehnung eines Rücktritts erfolgte, bevor das ganze Land Kenntnis von den Aufnahmen erlangte. Präsident Temer lehnt seinen Rücktritt ab. Am Vortag hatte das Oberste Gericht in einem Paukenschlag Ermittlungen gegen das Staatsoberhaupt genehmigt. Knapp 1% lautet der Durchschnitt der Prognosen für das Wachstum dieses Jahres. Sie werfen Präsident Temer vor, Arbeitsrechte aushöhlen und das Rentensystem verschlechtern zu wollen. Rousseffs linke Arbeiterpartei (PT) forderte Neuwahlen. Auch die Immunität des Geldüberbringers Loures wurde aufgehoben, beiden droht nun Gefängnis.

Temer selbst spricht lieber von den positiven Seiten seiner bisherigen Amtszeit.

Zuletzt gab es Anzeichen einer leichten Besserung, die Märkte trauten Temer zu, Brasilien wieder nach vorn zu bringen.

In Brasilia war nach dem Bekanntwerden von angeblich schwer belastenden Tonaufnahmen von einer "Bombe" die Rede. Zwar sagte Temer nach mehreren Krisensitzungen in Brasilia: "Ich werde nicht zurücktreten". Nun kommt es darauf an, ob die Sozialdemokraten (PSDB) als wichtigster Koalitionspartner in der Regierung bleibt. Und es droht wieder Lähmung statt Reformen.

Die Ermittlungen zu dem Skandal laufen bereits seit 2014, es geht um Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben von Konzernen in Millionenhöhe.

Ex-Parlamentspräsident Cunha gilt als Drahtzieher der Amtsenthebung von Temers linksgerichteter Vorgängerin Dilma Rousseff vor einem Jahr. Dieser machte einen Mitschnitt, der nun den Medien zugespielt wurde.

Dem 44-Jährigen und seinem Bruder Wesley gehört die J&F-Holding, die den größten Fleischkonzern der Welt, JBS, mit über 125 000 Beschäftigten kontrolliert. Cunha gilt als einer der bestinformierten Politiker, wenn es um all die Verwicklungen des Lava-Jato-Skandals geht - führende Unternehmen zahlten jahrelang Schmiergelder, um an Aufträge zu kommen. "Man muss das aufrechterhalten, ok?", fragt er im veröffentlichten Mitschnitt und betont, es dürfe nicht nach Behinderung der Justizarbeit aussehen. Das ist der Schlüsselsatz. Temer wies die Anschuldigung am Donnerstag zurück: "Ich habe das Schweigen von niemanden erkauft". Temer kassiert nicht, aber er fordert aktiv, Cunha ruhig zu halten.

Ist Temer in eine Falle Batistas getappt?

Batista soll das Gespräch mit Temer aufgezeichnet haben.

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