Wahlen | Ruhani gewinnt Präsidentenwahl im Iran

Iran stimmt bei Präsidentschaftswahlen über Politik Hassan Ruhanis

Bei der Wahl in Iran geht es um den künftigen Kurs des Landes: Rouhani steht für Öffnung und Raisi für Abschottung. Sein konservativer Gegner stehe für eine "Logik des Verbots", sagte Ruhani, und er verstehe nichts von den Feinheiten der Diplomatie.

Die Wahllokale öffneten am Freitagmorgen um 5.30 Uhr unserer Zeit und sollen zehn Stunden später schließen. Am Freitag um Mitternacht Ortszeit (21.30 Uhr MESZ) schlossen die Wahllokale endgültig, nachdem das Innenministerium zuvor die Abstimmung wegen des großen Andrangs verlängert hatte.

Sein Hauptrivale ist Ebrahim Raeissi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus.

Bei der iranischen Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber Hassan Ruhani nach ersten Angaben des Innenministeriums vom Samstagmorgen deutlich vorne. Zwei andere Kandidaten zogen sich im Vorfeld zurück. Eine hohe Wahlbeteiligung wird im Iran allgemein als Ausweis der politischen Legitimität des Systems interpretiert.

Erhält kein Kandidat mehr als 50 Prozent, findet am 26. Mai eine Stichwahl statt.

Zur Wahl aufgerufen sind mehr als 56 Millionen Iraner. Das Wahlergebnis wird zeigen, welchen Kurs die Menschen in dem arabischen Land bevorzugen. Ruhani galt zwar als Favorit, aber Raeissi genoss die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien.

Präsidentschaftswahlen - Iraner wählen neuen Präsidenten In einer richtungsweisenden Wahl bestimmen die Iraner einen neuen Präsidenten.

Der 68-jährige Ruhani bat im Wahlkampf die Iraner um mehr Zeit, um den Nutzen aus dem Atomabkommen und der Aufhebung der Sanktionen zu ziehen. Die Bürger setzten auf seine Versprechen, das Land weltoffener und liberaler zu machen und die von Sanktionen geplagte Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Der 56-jährige Geistliche Raisi, der eine lange Karriere in der Justiz hinter sich hat und seit vergangenem Jahr eine einflussreiche religiöse Stiftung in Maschhad leitet, warf dem Amtsinhaber vor, eine Politik für die Reichen zu machen. Auch dessen international gepriesenes Atomabkommen mit dem Westen verglich er mit einem Scheck, den der Präsident nicht einlösen könne. Raisi, ein enger Vertrauter des obersten geistlichen und politischen Führers Ajatollah Ali Chamenei. hatte der Regierung bereits während der Abstimmung Unregelmäßigkeiten bei der Abhaltung der Wahl vorgeworfen. Die Iraner wählen am Freitag auch die Stadt- und Gemeinderäte, wobei die Reformer besonders auf einen Sieg über die Konservativen in Teheran hoffen.

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