Aufschrei in Cannes: Netflix erobert sich das Filmfest

Bild-Quelle Okja

Der Präsident der Jury in Cannes, Pedro Almodóvar, rechtfertigte vor einigen Tagen den zukünftigen Ausschluss von Netflix-Filmen. Der Grund ist Netflix.

Dass der Streamingdienst Netflix mit zwei Filmen beim Filmfestival in Cannes ins Rennen geht, sorgte für einen Aufschrei.

Die Beteiligung von Netflix-Werken am Festival ist umstritten, da die Werke nicht regulär in französischen Kinos laufen.

Gestern stand mit "Okja" der erste Netflixfilm im Programm - und wurde tatsächlich zur ernstzunehmenden Konkurrenz für die 18 anderen Beiträge im Wettbewerb.

Ohne laute Buhrufe wären die Filmfestspiele von Cannes einfach nicht komplett: Diesmal traf es "Okja", das jüngsten Werk des koreanischen Regisseurs Bong Joon-ho.

Der Film behandelt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem kleinen Mädchen und dem titelgebenden Superschwein Okja. Dann aber kommt ein multinationaler Konzern und will das Schwein in seinen Schlachthöfen zu profitablem Fleisch verarbeiten. In den Bergen Süd-Koreas kümmert sich seit zehn Jahren lang um ihre beste Freundin Okja - ein riesiges aber sanftmütiges Tier. Unter anderem mit Auftritten von Tilda Swinton und Jake Gyllenhaal. "OKJA" soll den Angaben zufolge lediglich in den USA und Südkorea auf der großen Leinwand zu sehen sein - in Frankreich aber nicht. Die Angst vor Streamingdiensten als Produzenten wirkt aber sowieso ein bisschen wie die generelle Angst der Filmwelt vor Veränderung. Immerhin werden so Serien und Filme produziert, die sonst möglicherweise nie finanziert worden wären. Er habe absolute Freiheit gehabt und sei nie in irgendeiner Weise unter Druck gesetzt worden. Sie finde aber auch: "Wie bei vielen Sachen gilt: Es gibt Platz für alle!"

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