Italien führt Impfpflicht ein: Wer nicht impfen lässt, muss zahlen

Eine Spritze wird gesetztdts

Das Thema ist bei Eltern hoch umstritten: Soll ich meine Kinder impfen lassen oder nicht? In Italien hat die Regierung nun ein Machtwort gesprochen und ein Gesetz über Pflichtimpfungen für Kinder erlassen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Wie Ministerpräsident Paolo Gentiloni erklärte, gilt die Impfpflicht für insgesamt zwölf Krankheiten, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken.

Wer seine Kinder künftig nicht oder nicht ausreichend immunisieren lässt, muss man Konsequenzen rechnen: Nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht in Krippen, Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen. Zugleich drohten Eltern hohe Bußgelder, wenn ihre schulpflichtigen Kinder mit sechs Jahren noch nicht geimpft seien.

Seit Anfang des Jahres grassiert in Italien eine Masernepidemie. Diese hätte die Einführung des Impfgesetzes befördert, wie die "tagesschau" berichtet. Im gesamten Vorjahr seien es dagegen lediglich 860 Fälle gewesen. In diesem Jahr wiesen 89 Prozent der Kranken keine Impfung auf.

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hatte sich seit Wochen für die Maßnahme stark gemacht - zum Teil gegen den Widerstand aus dem Erziehungsministerium, aber vor allem gegen den Protest der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung.

Lorenzin sprach von einer "sehr starken Botschaft an die Bevölkerung". Masern verlaufen meist harmlos, können aber auch tödlich enden.

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