Ruhani gewinnt die Präsidentschaftswahl im Iran

Wahl in Teheran

Es habe den ganzen Abend hindurch lange Warteschlangen gegeben.

Ausser Ruhani und Raeissi traten noch der Konservative Mostafa Mirsalim und der Reformer Mostafa Haschemitaba an, doch kamen beide nur auf wenige Prozent der Stimmen.

Iranische Frauen vor einem Wahllokal in Teheran.

Öffnung oder Abschottung: Mit Spannung wird der Ausgang der Präsidentenwahl im Iran erwartet, die entscheidend für den künftigen Kurs des Landes ist.

Ruhanis Hauptrivale war Ebrahim Raeissi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus.

"Heute ist ein wichtiger Tag, da die Iraner ihr Schicksal und das ihrer Kinder selbst in der Hand haben", sagte Ruhani nach seiner Stimmabgabe in der Hosseinieh-Erschad-Moschee in Teheran. Laut Innenminister Abdulresa Rahman Fasli werden die Endergebnisse Samstagabend oder spätestens am Sonntag bekanntgeben. Die restlichen 5 Prozent gingen demnach an die beiden anderen Kandidaten.

Mehr als 41 der insgesamt 56 Millionen Wahlberechtigten hätten an der Wahl teilgenommen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 70 Prozent. Die Wahllokale wurden erst um Mitternacht (Ortszeit) geschlossen. Zwei andere Kandidaten zogen sich im Vorfeld zurück.

Am Freitag bildeten sich nach Berichten von Augenzeugen vor vielen Wahllokalen in der Hauptstadt Teheran lange Schlangen.

Mehr als 56 Millionen Iraner waren aufgerufen zu bestimmen, ob sie Präsident Ruhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Auch in den Provinzen war die Beteiligung lebhaft. Er steht für eine Öffnung des Landes. Ruhani galt zwar als Favorit, aber Raeissi genoss die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien. Die Wähler "haben trotz vieler Enttäuschungen der letzten Wahlen die Kraft aufgebracht, Hoffnung zu wagen", erklärte Nouripour am Samstag in Berlin. Präsident Ruhani müsse nun auch innenpolitisch endlich Reformen voranbringen.

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