Deutschland: Zeitungsbericht: Weitere Manipulationen in Amri-Akten entdeckt

Landeskriminalamt Berlin

Berlin - Der Skandal um gefälschte Akten im Fall des Breitscheidplatz-Attentäters Anis Amri weitet sich aus. Auch Namen aus seinem Umfeld im Drogenmilieu seien gelöscht worden.

Geisel steht damit auch selbst in der Kritik.

Die Vertuschungsvorwürfe gegen das Berliner Landeskriminalamt (LKA) in Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri weiten sich aus: Wie die "Berliner Morgenpost" am Wochenende unter Berufung auf Innensenator Andreas Geisel (SPD) berichtete, stellten Ermittler in den Akten weitere Manipulationen durch LKA-Mitarbeiter fest. In den Unterlagen sind weitere Manipulationen aufgetaucht, wie die "Berliner Morgenpost" berichtet.

Nach Informationen der Zeitung wurden nicht nur Erkenntnisse über Amri gelöscht, die auf "gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln" hinwiesen. Demnach hatte es ausreichend Erkenntnisse gegeben, um einen Haftbefehl für Amri wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Drogenhandels zu erwirken. Ein Sprecher der Innenverwaltung sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist momentan der Stand". Vier Wochen nach dem Terroranschlag in Berlin erstellte jemand ein neues, zurückdatiertes Dokument, wonach Amri nur möglicherweise Kleinsthandel mit Drogen betrieben haben soll. Dieses Dokument war auf den 1. November rückdatiert worden. Es sei daher richtig gewesen, Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt und Urkundenfälschung zu erstatten. Bislang besteht der Verdacht, dass Akten manipuliert wurden, um zu vertuschen, dass Amri schon im November als Drogenhändler hätten verhaften werden können. Ermittelt wird derzeit gegen mindestens zwei Kripo-Beamte. Zu den Details wollen sich Geisel und der externe Sonderermittler Bruno Jost am Montag in der Sondersitzung des Innenausschusses des Abgeordnetenhauses äußern. Zwölf Menschen starben, 67 wurden verletzt.

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