FDP-Chef Lindner beharrt nach NRW-Wahl auf eigenständigem Kurs

FDP-Chef Lindner

So sehen Sieger aus. Parteichef Christian Lindner hebt die Hände, er wirkt gelöst. Sie hat sich gelohnt.

Er verwies darauf, dass es zwischen CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen "klar unterschiedliche Positionen" etwa bei den Themen wirtschaftliche Entwicklung, Bildung oder Rechtsstaat gebe.

Und damit könnte sie ihr bisheriges Rekordergebnis von 12,1 Prozent von 1950 noch übertreffen.

Einigkeit herrscht auch in der Bewertung der Risiken einer schwarz-gelben Koalition mit nur einer Stimme Mehrheit im Landtag. Viel mehr Herzlichkeit ist auch am nächsten Tag nicht zu spüren.

Lindner war in der ARD zusammen mit den Spitzenkandidaten der anderen Parteien aufgetreten.

Jetzt kann Christian Lindner ein wenig den Gerhard Schröder geben. Wahlsieger Laschet scheint der FDP sogar in therapeutischer Gelassenheit entgegen zu kommen, um auch mit knapper Landtagsmehrheit stabil regieren zu können. Es wäre aber unklug, jetzt zu viel Lust an der Macht zu zeigen. Und die FDP ist anschlussfähig geworden, sie kommt raus aus der schwarz-gelben Koalitionsgefangenschaft. Die Nordrhein-Westfalen wussten, dass sie Lindner loswerden, wenn er erfolgreich sein sollte, und in Düsseldorf der kaum bekannte Joachim Stamp übernehmen würde. Also alles gut, im Lindner-Land? Möglicherweise wolle Lindner aber auch nur die Preise für ein Bündnis mit der CDU in die Höhe treiben, sagte Klöckner.

Wie auch immer die Sache in Düsseldorf ausgeht, für Lindner ist das Ziel klar. So viel Spott wollte der CDU-Mann nicht auf sich sitzen lassen. Lindner ruft ihnen das zu, was sie hören wollen: "Mit einem Comeback der FDP im Bund ist zu rechnen". Dies wäre dann der Fall, wenn es nicht möglich sei, einen echten politischen Richtungswechsel zu erreichen, sagte er.

Lindner schloss jedoch nicht aus, dass die FDP in Düsseldorf die Oppositionsbank drückt. In Berlin sagt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer: "Wir müssen den Spannungsbogen hochhalten, das wird keine Fahrt im Schlafwagen". Lindners Plan sieht unter anderem vor, im Juli die Wahlkampfkampagne zu präsentieren und eine Woche vor der Wahl noch einen Sonderparteitag abzuhalten. Er will vor allem vermeiden, die FDP erneut auf die Funktion einer Mehrheitsbeschafferin zu reduzieren.

Lindner will vor seinem angekündigten Wechsel nach Berlin noch volle Verantwortung für eventuelle Koalitionsgespräche in NRW übernehmen, wie er am Montag in Berlin deutlich machte.

Dahinter kann der 38-Jährige nur noch schwer zurück, das weiß er selbst nur zu genau. Sie entscheidet vor Ort, welche Konstellation geht und welche nicht. Sie trifft damit, davon ist er überzeugt, das Lebensgefühl vieler Menschen.

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