Offener Brief gegen Kanzlerduell: Linke, Grüne und FDP wollen mitmachen

Bundestagswahl Cem Özdemir Dietmar Bartsch Christian Lindner

Normalerweise beschimpfen sich die kleinen Parteien im Kampf um Aufmerksamkeit lieber gegenseitig, als sich zusammenzuschließen.

Grüne, Linke und FDP sind sich derzeit bei einem Thema überraschend einig: Statt einem reinen Kanzlerduell, fordern sie eine "gemeinsame TV-Debatte mit den Spitzenkandidaten aller Parteien", heißt es in einem gemeinsamen Brief der drei Parteien, der dem "Spiegel" vorliegt. Mit "allen Parteien" sind jedoch lediglich die nur die Parteien gemeint, "die eine Chance auf den Einzug in den Bundestag haben". Das schließt neben Union, SPD, Grünen, Linken und Liberalen auch die AfD ein.

Der offene Brief, der am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, ist unterzeichnet von Linken-Chef Dietmar Bartsch, dem Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und FDP-Chef Christian Lindner. Die Sendung wird am 3. September um 20.15 Uhr live von ARD, ZDF, RTL und SAT.1 ausgestrahlt. Er soll am Montag verschickt werden.

Die Spitzenkandidaten der kleineren Parteien streiten separat in einem Vierkampf, "haben aber keine Chance, mit den Spitzenkandidaten der Regierungsparteien direkt in Schlagabtausch zu treten", kritisieren die Politiker.

Nach der bisherigen Planung treffen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz am 3. September in einem gemeinsamen Fernsehduell in ARD, ZDF, RTL und Sat.1 aufeinander. Die Parteichefs werfen den Fernsehsendern vor, das Kanzlerduell in seiner jetzigen Form beschädige die Demokratie. Es gehe viel mehr um den demokratischen Prozess: "Die Funktion von Wahlen in einem demokratischen System ist es doch gerade, dass die amtierende Regierung auf den Prüfstand gestellt wird, dass andere politische Kräfte mit ihr konkurrieren und sie stellen und an ihren Ansprüchen, Versprechen und an ihrem Handeln messen".

Interessant ist, dass die Parteispitzen explizit dazu aufrufen, sich vor laufender Kamera mit der AfD auseinanderzusetzen. "Wir sind bereit dazu, aber die Regierung sollte sich nicht aus der Verantwortung ziehen", schreiben Lindner, Özdemir und Bartsch.

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