Schulungsunterlagen von Facebook geben Einblick in Lösch-Regeln

Facebook Präzise Löschregeln für überlastete Mitarbeiter

Die Süddeutsche Zeitung konnte 48 Dokumente einsehen, die dem britischen Guardian zugespielt wurden und zeigen, auf welcher Grundlage Facebook Inhalte löscht. Vor allem Facebook steht in der Kritik, weil es Hasskommentare nicht immer löscht oder Gewaltakte live überträgt.

Facebook bringt die Schwierigkeiten bei der Löschung von Inhalten selbst zur Sprache und spricht von einer Herausforderung: "Wir wollen sichergehen, dass unsere Mitarbeiter bei der Überprüfung die richtigen Entscheidungen fällen und bei ihrer Arbeit mental und emotional gesund bleiben". Die Richtlinien, die den Umgang mit Gewalt, Hass, Rassismus Pornografie und Selbstmorden regeln, können von den Mitarbeitern kaum durchgesetzt werden. Von Till Krause und Hannes Grassegger mehr. "Nutzer posten selbstzerstörerische Inhalte als Hilfeschreie - diese zu entfernen könnte verhindern, dass sie gehört werden.", zitiert die SZ aus den Papieren. Man habe diese Richtlinien mit Experten entwickelt. "Die Dokumente zeigen, dass sich der Konzern bemüht, das Problem in den Griff zu bekommen", heißt es etwa in der "SZ". Dennoch droht Facebook daran zu scheitern. Das liegt nicht an den Regeln selbst - die sind extrem komplex, aber größtenteils einleuchtend. Sie leiden unter ihren Arbeitsbedingungen, arbeiten für ein Gehalt knapp über dem Mindestlohn und erhalten wenig psychologische Unterstützung.

Diese Content-Moderatoren sind auch mit Selbstverletzung oder den Folgen von Essstörungen konfrontiert.

Bei Selbstverletzungen sei man bei Facebook nicht so streng mit dem Löschen von Videos oder Bildern. Auch Fotos von nicht-sexuellem Kindesmissbrauch oder Mobbing müssen nicht gelöscht werden, solang der Inhalt nicht sadistisch oder verherrlichend sei. Demnach erlaubt Facebook Livestreams von solchen Vorfällen, weil es verstörte Menschen nicht zensieren oder bestrafen wolle, berichtet die Zeitung. Das gelte allerdings nicht für das kommentarlose Bild eines abgemagerten Körpers. Wenn jemand eine Beschwerde über einen Kommentar bei Facebook einreicht, haben die dortigen Mitarbeiter rund zehn Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob der Beitrag gelöscht wird oder nicht.

Viele der Mitarbeiter sind offenbar unsicher, die Schulungsunterlagen nennen häufig gestellte Fragen. Die Antwort: "Wenn es nicht offensichtlich ist, dass sie Hilfe brauchen, ignoriere den Inhalt einfach".

"Wir erlauben so viel Meinungsfreiheit wie möglich, ziehen jedoch eine Grenze bei Inhalten, die realen Schaden zufügen könnten", heißt es in den geleakten Unterlagen, die auch die "Süddeutsche" veröffentlicht hat.

Die Dokumente legen nahe, dass die Angestellten der externen Dienstleister die Inhalte nur bis zu bestimmten "Eskalationsstufen" bearbeiten, dann an Facebook weiterreichen.

Auf Rückfragen der SZ antwortete das Unternehmen nur, man nehme die "Sicherheit der Nutzer sehr ernst". Anfang Mai kündigte Mark Zuckerberg an, die Zahl der Facebook-Kontrolleure von 4500 auf 7500 zu erhöhen.

Auch Äußerungen wie "Fick dich und stirb", "Lasst uns fette Kinder fertig machen" oder "Ihr Arschlöcher solltet zu Gott beten, dass ich klar im Kopf bleibe, denn wenn nicht, werde ich Hunderte von euch töten" stellen laut "Guardian" für Facebook kein Problem dar, weil es sich nicht um glaubwürdige Drohungen handele, sondern lediglich um Ausdrücke heftiger Emotionen, die nicht gegen die Richtlinien verstoßen.

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