Nach Festnahme: IS bekennt sich zu Anschlag in Manchester

Ein Attentäter hatte Montagabend bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder. Etliche Konzertbesucher werden noch vermisst. Nach der Veranstaltung aber zündet ein mutmaßlich islamistischer Selbstmordattentäter im Eingang der Halle eine Bombe. Der Verbreitungsweg des Bekennerschreibens deutet darauf hin, dass der Anschlag in Manchester möglicherweise direkt von der IS-Führung in Syrien und im Irak koordiniert wurde. Am Dienstagmorgen findet eine Krisensitzung der britischen Regierung statt.

Zuletzt wurde nach Angaben der Polizei im Durchschnitt jeden Tag eine Person im Zusammenhang mit Terrorverdacht verhaftet. Unter den Todesopfern ist ein achtjähriges Mädchen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May will Manchester nach dem Selbstmordanschlag vom Montag noch am Dienstag besuchen. Als Reaktion auf die Tat unterbrachen die Parteien in Großbritannien ihre Kampagnen für die Parlamentswahl am 8. Juni.

In der Konzerthalle, die bis zu 21.000 Besuchern Platz bietet, spielten sich nach der Explosion dramatische Szenen ab. Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Das Terrornetzwerk "Islamischer Staat" reklamierte den Anschlag für sich. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Verantwortlichen als "bösartige Verlierer". Sie gehe bei dem Angriff von einem Einzeltäter aus. Zudem werde noch ermittelt, ob er ganz allein handelte oder als Teil eines Netzwerks. Ermittler haben britischen Medien zufolge den Attentäter von Manchester identifiziert.

Am Dienstagmittag ist es laut Polizei in einem Einkaufszentrum in der Innenstadt von Manchester zu einem Zwischenfall gekommen, in dessen Anschluss das nur wenige hundert Meter von der Manchester Arena gelegene Gebäude von der Polizei geräumt wurde. Seine Eltern seien zuvor aus Libyen geflohen.

"Wir verließen nach dem Konzert von Ariana Grande gegen 23.30 Uhr gerade die Halle, als wir einen Knall wie von einer Explosion hörten, der alle in Panik versetzte und alle versuchten aus dem Saal zu flüchten", sagte der 22-jährige Majid Khan der Nachrichtenagentur Press Association. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ). Gestern war ihr Auftritt in Manchester das achte Konzert in Europa. "Viele Menschen sind gestürzt, Mädchen weinten und wir sahen diese Frauen, die offene Wunden an den Beinen hatten und von Sanitätern versorgt wurden". Am Dienstag werden erste Namen der Opfer bekannt, Angehörige suchen verzweifelt nach Vermissten. Es ist der folgenschwerste Anschlag in Großbritannien seit Juli 2005, als vier Selbstmordattentäter in der U-Bahn und in Bussen in London 52 Menschen töteten. 19 Menschen wurden den Angaben nach getötet, etwa 50 verletzt. Die Polizei stufte den Vorfall früh als Terroranschlag ein. In Berlin, Stockholm und Nizza gab es tödliche Lastwagen-Attentate.

Er sei "total geschockt und absolut am Boden zerstört" über die Ereignisse in der Stadt, schrieb Gallagher am Dienstagvormittag auf Twitter. Grande zeigte sich erschüttert und schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Aus tiefstem Herzen, ich bin so traurig".

Kurz zuvor hatte die britische Polizei im Zuge ihrer Ermittlungen einen 23-Jährigen festgenommen. "Ich habe keine Worte".

Auch Man Uniteds Lokalrivale Manchester City bekundete sein Beileid.

Eine Polizistin in einem weißen Overall passiert die Brücke, die die Manchester Arena mit der Victoria Station verbindet. Bewohner wurden aufgefordert, das Stadtzentrum weiterhin zu meiden. Die britische Königin Elizabeth II. und ihr Ehemann Philip gedachten auf einer Gartenparty im Buckingham-Palast in London der Opfer von Manchester.

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