Prozessende für Christa Schlecker?

Anton Schlecker auf dem Weg in das Landgericht

Er verwies auf das Prinzip, im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden, und nannte ein mögliches Verfahrensende gegen sie als eine Option. Die Staatsanwaltschaft lehnte das zunächst ab.

Die Drogeriemarkt-Kette war 2012 pleitegegangen, Zehntausende Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Diese legt Schlecker zur Last, trotz drohender Pleite über die Logistikfirma LDG Millionenbeträge an die Familie verschoben und so dem Zugriff der Gläubiger entzogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklage bemängelt, dass die Verträge mit der Gesellschaft LDG, die sich um die Logistik für die Schlecker-Drogeriemärkte gekümmert hatte, zu teuer waren. Die Stundensätze lagen bis 2011 bei 28,50 € und stiegen dann auf bis zu 30 €. Laut Gerichtsdokumenten wäre nur etwa die Hälfte nötig gewesen, um die Kosten zu decken. Die hohen Preise sollen der Gesellschaft der Kinder geholfen, der später insolventen Drogeriemarktkette aber geschadet haben. Noch 2011 ließen sich Meike und Lars 7 Millionen Euro an LDG-Gewinn ausschütten.

Bei dem Zeugen handelt es sich um den früheren Geschäftsführer der LDG. Er habe das nicht hinterfragt. Neben Anton Schlecker selbst müssen sich auch seine beiden Kinder Meike und Lars in dem Prozess verantworten. Er bekräftigte den Vorwurf umstrittener Geschäfte über die Firma der Kinder. Auch seine Aussage hatte nahegelegt, dass Anton Schlecker bei der LDG das Sagen gehabt haben soll. Der Vorwurf der Beihilfe zum Bankrott gegen sie bezog sich auf eine Zahlung von insgesamt 60 000 Euro, die sie am 1. Juni 2012 für eine neue Beratertätigkeit erhielt.

Formal gesehen war die LDG eine eigenständige Firma und keine Konzerntochter. Da lief das Insolvenzverfahrenbeim Schlecker-Konzern bereits seit gut fünf Monaten. Das hat der Vorsitzende Richter am Montag in Stuttgart angedeutet. Laut Zeugenaussagen sei es nun mal nicht so gewesen, dass Christa Schlecker gar nichts getan habe für ihr Beraterhonorar. Zudem habe sie im Insolvenzverfahren einen Großteil des Geldes zurückgezahlt.

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