Trump: Neues Kapitel in Beziehungen mit islamischen Ländern

US-Präsident Donald Trump und der saudische König Salman bei der Begrüssungszeremonie am Flughafen in Riad. Im Hintergrund First Lady Melania Trump

US-Präsident Donald Trump will an seinem zweiten Besuchtstag in Saudi-Arabien heute eine mit Spannung erwartete Grundsatzrede über seine Vision von einem friedvollen und toleranten Islam halten.

"Dies ist kein Kampf zwischen verschiedenen Religionen", hieß es in den Auszügen der Rede, die Trump am Sonntagnachmittag in Riad halten wollte.

Er bringe eine Botschaft "der Freundschaft, der Hoffnung und der Liebe", sagte Trump, der für seinen Einreisebann gegen Bewohner von muslimischen Staaten massiv kritisiert worden war. Ohne einen Sieg gegen den islamistischen Terror könne es keinen Wohlstand in der Region geben. Vielmehr böten die USA in dieser "Schlacht zwischen Gut und Böse" ihre Partnerschaft an. Kritiker haben Trump immer wieder vorgeworfen, im US-Wahlkampf antimuslimische Ressentiments geschürt zu haben und den Islam pauschal mit Extremismus und Terrorismus gleichzusetzen.

Die Staaten im Nahen Osten dürften nicht auf die USA warten, "um den Feind zu zerschlagen", betonte Trump. Damit blies er in das gleiche Horn wie sein Gastgeber, der saudi-arabische König Salman. "Wir sind nicht hier, um gute Ratschläge zu erteilen", sagte er in seiner Rede in der saudischen Hauptstadt weiter.

Auf die gesamte Fassade des Ritz Carlton Hotels in Riad, in dem Trump und seine Familie übernachteten, wurde die amerikanische und die saudische Flagge projiziert. Er sagte, seitdem er übernommen habe, mache sich in den USA "ein Gefühl des Optimismus breit". Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.

Die Mehrheit der arabischen Staatschefs hat positiv auf Trumps Wahl zum US-Präsidenten reagiert. Damit will er sich wohl auch von seinem Amtsvorgänger Barack Obama absetzen. Außerdem nahmen sie Obama seine Parteinahme für einige Protagonisten der "Arabellion" von 2011 übel. Darüber hinaus strebt Saudi-Arabien nach einer panislamischen Allianz, einer sunnitisch-muslimischen Nato, die sich als Bollwerk gegen sunnitische Dschihadisten und gegen die pan-schiitischen Militärpläne von Iran, Hisbollah, dem Assad-Regime und Iraks Milizen versteht. In Syrien und im Jemen unterstützen beide Staaten unterschiedliche Bürgerkriegsparteien. Die arabischen Länder lehnten Obamas Annäherung an den Iran und das Atomabkommen mit Teheran vehement ab. Im Tross des 70-jährigen US-Präsidenten reisten auch dessen Tochter Ivanka und sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner.

Der US-Präsident war in der Vergangenheit wiederholt mit anti-islamischen Äußerungen aufgefallen. Weitere Stationen sind in den kommenden Tagen das palästinensische Westjordanland, der Vatikan, Brüssel sowie der G7-Gipfel auf Sizilien. Der von ihm entlassene FBI-Chef James Comey will sich in der Affäre um angebliche Absprachen zwischen Moskau und Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam öffentlich äußern.

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