Trump sieht Chance für Nahost-Frieden

Trumps Treffen mit Abbas im Schatten des Terrors von Manchester

Hochrangige Regierungsmitglieder und Mitarbeiter des Weißen Hauses werden sie begleiten. Der US-Präsident fliegt im Anschluss nach Italien weiter.

Trump hatte bereits auf der ersten Station seiner neuntägigen Nahost- und Europa-Reise in Riad den Iran scharf kritisiert und als Förderer des Terrorismus bezeichnet.[nL8N1IO07E] Am Montag forderte er bei einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Reuven Rivlin in Jerusalem, der Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen.

Kurz vor Trumps Ankunft hatte Israel einige Erleichterungen für Palästinenser beschlossen.

Seinen Besuch an der Klagemauer absolvierte Trump allein, ohne Begleitung führender israelischer Vertreter. Nach Angaben eines hochrangigen Vertreters aus dem Sicherheitskabinett wurden noch weitere Zugeständnisse gemacht; darunter wirtschaftliche Erleichterungen und die Grenzöffnung zwischen dem Westjordanland und Jordanien.

Jerusalem Eigentlich sollte sein erster Israel-Besuch Donald Trump die goldene Gelegenheit bieten, sich als ernst zu nehmender Staatsmann zu präsentieren.

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Denn Trump scheint in zentralen Nahost-Fragen auf den Kurs seines Vorgängers Barack Obama umgeschwenkt zu sein. Schon US-Sicherheitsberater H.R. McMaster hatte vor der Reise gesagt, "Amerika zuerst hieß nie Amerika allein". "Dabei werden wir traditionelle und nicht-traditionelle Wege gehen", sagte der Berater.

Israel hat zudem Bedenken wegen eines Militärdeals, den die USA mit Saudi-Arabien in Höhe von 110 Milliarden Dollar abschlossen. Es seien Treffen auf jährlicher Basis vereinbart worden.

Zugleich erneuerte er seine Kritik am Iran.

Dieser Waffendeal zeigt zweitens überdeutlich, dass auch ein Abkommen zwischen Israel, den Palästinensern und den sunnitischen Paten keine Befriedung der Region bedeutet.

Rivlin beschwor die Hoffnung auf Frieden zwischen den drei großen monotheistischen Weltreligionen. Doch kurz vor Trumps Antrittsbesuch blicken viele Israelis irritiert nach Washington. Trump und sein Schwiegersohn Jared Kushner gehen in den Männerbereich, First Lady Melania und Tochter Ivanka in den kleineren Abschnitt für Frauen. Der Sprecher der israelischen Flughafenbehörde sagte, soweit er wisse, sei noch nie ein Direktflug aus Saudiarabien in Israel gelandet. "Wir können das nur gemeinsam schaffen". Die Vereinbarung solle die Regierung definitiv beunruhigen, sagte der Netanjahu-Vertraute.

Kein amerikanischer Präsident ist nach seiner Amtsübernahme früher nach Jerusalem gekommen als Trump, der am Montag nach seiner Ankunft in Tel Aviv die "außerordentliche und andauernde Freundschaft" zwischen Israel und Amerika hervorhob. Am Nachmittag sind Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu geplant.

Sie sind noch kein Abonnent und wollen den Bericht lesen? Das US-Vorbereitungsteam habe wegen der örtlichen Hitze auf einer kurzen Zeremonie bestanden. Dass Trumps Israel-Politik mittlerweile etwas mehr Balance als noch im US-Wahlkampf hat, wird in Jerusalem ohne Groll zur Kenntnis genommen.

Als erster amtierender US-Präsident hat Trump die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besucht.

Am Dienstag will Trump nach Bethlehem im Westjordanland weiterreisen und dort Gespräche mit Abbas führen. Abbas steht wegen eines Massen-Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge in Israel unter Druck. Es wird erwartet, dass er sich zu Grundzügen einer Friedensregelung äußert. Die Jerusalemer Altstadt gehört zu den von Israel 1967 von Jordanien eroberten Gebieten. Zudem solle der Status von Jerusalem als "ungeteilte Hauptstadt" Israels unangetastet bleiben. Bennett lehnt eine Zwei-Staaten-Lösung klar ab und will darüber mit Trump noch nicht einmal reden.

"Er" ist Donald Trump und "er" hatte im Wahlkampf versprochen, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Der iranische Außenminister Dschawad Sarif verurteilte diesen Schritt.

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