Trump trifft in Israel ein

Die Weltöffentlichkeit verfolgt jeden Schritt des innenpolitisch schwer angeschlagenen US-Präsidenten

"Wir müssen die Situation jetzt nutzen". Das dürfte die Gastgeber nicht freuen, denn bisher war zwar im Gespräch, Israel könnte die Quelle für geheimdienstliche Informationen über Anschlagspläne des IS gewesen sein, die Trump beim Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow ausplauderte - eine Bestätigung gab es freilich dafür bisher nicht.

Jerusalem. Donald Trump hat als erster amtierender US-Präsident die für Juden heilige Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besucht. Der Angreifer sei getötet worden.

Der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilus III., Franziskanerkustos Francesco Patton und Bischof Sevan Gharibian als Vertreter des armenischen Patriarchats empfingen Trump und seine Frau Melania und begleiteten sie zusammen mit den kirchlichen Ehrengarden in die Kirche. "Wir haben unterschiedliche Überzeugungen - aber wir beten alle den gleichen Gott an", sagte Rivlin am Montag auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Andere ärgerten sich, dass er nicht Ministerpräsident Benjamin Netanyahu an seiner Seite hatte, was dem Klagemauer-Besuch jene Offizialität verliehen hätte, von welcher rechte Kreise träumen.

Trump erklärte, das Band zwischen Israel und den USA sei unzerstörbar.

"Es ist wunderbar, hier zu sein", sagte Trump.

Dass man Trump die direkte Reise als Zeichen des diplomatischen Fortschritts verkaufen lässt, liegt vor allem daran, dass man den Präsidenten nicht missmutig stimmen will.

Barack Obama hatte die Klagemauer ebenfalls besucht, allerdings nicht als Präsident, sondern im Sommer 2008 als Präsidentschaftskandidat. "Ich überbringe Ihnen die wärmsten und herzlichsten Grüße", sagte Trump. Allerdings führe die Kritik am Iran auch dazu, dass mehrere arabische Länder ihre Einstellung zu Israel ändern würden. Die Islamische Republik sei sich noch nicht sicher, was die Trump-Regierung überhaupt bezwecke, sagte der gerade wiedergewählte Präsident Hassan Rouhani. Netanjahu dankte Trump ausdrücklich für dessen Schwenk in der US-Politik gegenüber dem Iran. Doch Netanjahu schloss am Montag vor der Ankunft Trumps erneut aus, dass es während Trumps Besuch zu einem solchen Treffen kommen könnte.

Im Gegensatz zu Trump betonte die Bundesregierung, sie setze weiter auf einen Dialog zwischen dem Iran und den arabischen Golfstaaten. Mehrfach wird das hohe Wort vom Frieden bemüht: für Israel, die Palästinenser, die ganze Region. "Israel bietet seine Hand zu einem Friedensschluss", sagte er. "Zum ersten Mal seit vielen Jahren und zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich eine Chance auf Veränderung".

Rivlin beschwor die Hoffnung auf Frieden zwischen den drei großen monotheistischen Weltreligionen. "Es macht uns sehr glücklich zu wissen, dass Israels wichtigster Verbündeter die Bedeutung Jerusalems für die Juden auf der ganzen Welt anerkennt", sagte er.

Wir haben Jerusalem vor 50 Jahren nicht besetzt, wir haben es befreit. Die Jerusalemer Altstadt gehört zu den von Israel 1967 von Jordanien eroberten Gebieten. "Wir wollen einen echten, dauerhaften Frieden, in dem die Sicherheit des jüdischen Staates gewährleistet ist und der Konflikt ein und für allemal endet", sagte der Regierungschef.

Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee wurden nach Angaben von Rettungskräften zahlreiche Palästinenser verletzt. Die Palästinenser forderten bessere Haftbedingungen für rund 1.000 Häftlinge in israelischen Gefängnissen, die sich seit mehr als einem Monat im Hungerstreik befinden. Am Dienstag reist er zu einem Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Bethlehem. Zudem sind ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und eine Rede des US-Präsidenten im Israel-Museum vorgesehen. Es wird erwartet, dass er sich zu Grundzügen einer Friedensregelung äußert. Der US-Präsident will sich für einen neuen Anlauf bei den Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern einsetzen.

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