Was bietet die Weltausstellung Reformation?

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Frau Gabriele, der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford Strohm sowie Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender bei der Eröffnung der Weltausstellung Reformation. Fo

Auf der Wittenberger Weltausstellung vertreten sind im Übrigen auch die evangelischen Landeskirchen aus NRW: In einem gemeinsamen Pavillon informieren sie über die "Barmer Theologische Erklärung", in der die Bekennende Kirche zur Zeit des Dritten Reichs Position gegen den Nationalsozialismus bezogen hatte. An den Grenzen der Altstadt sind sieben "Tore der Freiheit" aufgebaut.

Zu den Themen Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, Kultur sowie Ökumene und Religion haben Institutionen aus Politik und Gesellschaft verschiedene Orte zum Innehalten und Lernen geschaffen, zum Beispiel das "House of One" als interreligiöses Begegnungszentrum und die Stege am Bunkerberg neben dem prachtvollen Lutherhaus zur Selbsterfahrung und Meditation. "Für mich ist die Weltausstellung das Herzstück des Reformationssommers 2017", sagte Käßmann. Neben einem eindrücklichen Videofilm auf Großleinwand haben die Besucher hier die Möglichkeit, sich an einem 500 Jahre alten niedersächsischen Taufstein persönlich segnen zu lassen.

Reformation heiße auch, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft zu gestalten, betonte der Bundespräsident. Die Kraft der Reformation sei "nicht erschöpft, hochaktuell und geht uns alle an".

Die Reformation sei "ein europäisches, ein wirklich weltweites Ereignis" gewesen, sagte Steinmeier. Was in der 48.000-Einwohner-Stadt Wittenberg durchaus nicht selbstverständlich ist: Nur eine einstellige Prozentzahl der Einwohner gehört in der Lutherstadt heute noch einer christlichen Kirche an. Allein das Land habe rund 80 Millionen Euro investiert, um die Lutherstätten für das Jubiläum aufzuhübschen. Schon am Mittwoch beginnt in Berlin der Deutsche Evangelische Kirchentag, zu dem unter anderem der frühere US-Präsident Barack Obama erwartet wird. Denn insgesamt erwarten die Veranstalter rund 500.000 Menschen zur Weltausstellung. Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt finden sich unter den Rednern des Protestantentreffens. Mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz wurde am Samstagnachmittag die Freiluft-Schau eröffnet. Für mehr als 100 Veranstaltungen pro Woche sollen sie von diesem Samstag an bis zum 10. September Platz bieten: für Andachten und Podiumsdiskussionen, Workshops, Klassik- und Popkonzerte.

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