Fiat Chrysler wegen Abgas-Vorwürfen verklagt

Die Zentrale von Fiat Chrysler in Auburn Hills Michigan USA

"Fiat Chrysler reiht sich ein in die lange Reihe der Autobauer, die unsere Luftreinheit und die Gesundheit unserer Familien hinten anstellen, indem sie bei Emissionstests betrügen", sagte Direktor Michael Brune von der Naturschutzorganisation Sierra Club. Fiat Chrysler teilte mit, das Unternehmen sei enttäuscht über den Schritt des Ministeriums.

Der Prozess hatte sich schon Mitte des Monats angedeutet, nachdem die US-Umweltbehörde EPA bereits im Januar mitgeteilt hatte, dass sie nach dem Skandal bei Volkswagen auch Fiat Chrysler wegen manipulierter Abgaswerte im Verdacht hat. Der Konzern beteuerte, die Software keineswegs mit dem Vorsatz eingebaut zu haben, bei den Tests zu tricksen.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne ist ein Mann der klaren Worte, bekannt für derben Humor und markige Sprüche.

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen hatte die EPA 2015 zu einer großen Untersuchung von Diesel-Fahrzeugen in den USA veranlasst.

Bei den Anschuldigungen gegen den Konzern geht es ähnlich wie bei VW um den Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid, der mit Hilfe einer sogenannten Abschalteinrichtung ("Defeat Device") manipuliert worden sein soll. Betroffen sind die Modelle Jeep Grand Cherokee und die RAM-Pick-ups. Im März kam heraus, dass das Justizministerium, die Börsenaufsicht und Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten ebenfalls ermitteln.

Umweltschützer begrüssten das konsequente Vorgehen der Regierung am Dienstag.

Die Vorwürfe haben allerdings eine geringere Dimension als bei Volkswagen: Dort waren von den Abgasmanipulation bei Dieselfahrzeugen weltweit elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon allein rund 560.000 in den USA.

Erst am Freitag noch hatte der Konzern den US-Umweltbehörden Umrüstungspläne für die betroffenen Dieselwagen vorgelegt und sich zuversichtlich gezeigt, die Rechtsstreitigkeiten so beilegen zu können.

Im Streit um Abgaswerte hatte jüngst auch die Europäische Kommission gegen Italien eingeleitet.

Fiat hatte zuletzt erklärt, ein Rechtsstreit wäre kontraproduktiv für die aktuellen Gespräche mit der EPA und der kalifornischen Umweltbehörde Carb. Sie wirft Italien vor, Anschuldigungen gegen Fiat nicht angemessen nachzugehen. Der Konzern hat inzwischen Kosten in Höhe von 22,6 Milliarden Euro für Vergleiche in Nordamerika verbucht. Am Dienstag durchsuchten Dutzende Staatsanwälte und Polizisten elf Gebäude in vier deutschen Bundesländern wegen des Verdachts des Betrugs und strafbarer Werbung im Zusammenhang mit der Manipulation der Abgasnachbehandlung an Dieselautos.

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