Trump erwähnte kein einziges Mal einen "palästinensischen Staat"

Donald Trump und die First Lady legen in der Halle der Erinnerung in Yad Vaschem einen Kranz nieder. Zuvor hat Trump Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas getroffen

Das ist aber dann fast schon der einzige Grund zur Freude für Abbas und die Seinen. Auch zu konkreten Schritten, wie ein Friedensprozess einzuleiten sei, äußerte Trump sich nicht. Trump war in seinem Bemühen um einen neuen Anlauf für Frieden in Nahost allerdings daran gelegen, während seines kurzen Besuchs mit beiden Seiten zu reden. Der US-Präsident hat allerdings auch seine Skandale aus der Heimat auf der Reise mit vielen komplizierten Stationen als schweren Ballast im Gepäck. In den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) war Trump weitaus weniger willkommen als in Israel, Proteste und Kritik schlugen ihm entgegen. Vor allem von seiner Courage hängt jetzt ab, ob eine regionale Friedenskonferenz tatsächlich zustande kommt. Nur ein Land nicht: Der Iran wolle keinen Frieden. Der palästinensisch-amerikanische Analyst Sam Bahour ging in Ramallah noch einen Schritt weiter: Die Ernennung David Friedmans - ein erklärter Unterstützer der israelischen Siedlerbewegung und Gegner der Zwei-Staaten-Lösung - zum US-Botschafter in Israel berge die Gefahr, "permanente Schäden zu verursachen". Trump spricht von einer historischen Möglichkeit auf Veränderung. Demnach glaubt eine überwältigende Mehrheit von 77 Prozent, dass er "auf Seiten Israels steht" und zu einem erfolgreicheren Verlauf des Friedensprozesses nichts beitragen wird.

Auch in Israels Regierung macht sich nach Trumps Abreise Ernüchterung breit. Trump stellt sich an dessen Seite. Netanjahu und Trump vollzogen demonstrativ einen Schulterschluss gegen Teheran. Freiheit für die Palästinenser sei ein Schlüssel für Frieden und Stabilität in der ganzen Welt, sagte Abbas. Trump sagte, er sei entschlossen für einen Frieden im Nahenosten. Letzteres steht fürs Erste nicht mehr auf der Tagesodrnung. Und die Spekulationen über eine Regionalkonferenz sind Spekulation geblieben. Trotzdem bleibt der Besuch oberflächlich. Das sei wie bei einem Schönheitswettbewerb mit dem Wunsch nach Weltfrieden, sagt der israelische Kollege Udi Segal. Vorausgesetzt, die Regierung Benjamin Netanjahu bewegt sich auf die Palästinenser zu. Die Palästinenser fühlen sich dagegen in ihrem Misstrauen gegenüber den Amerikanern bestätigt.

Palästinensische Aktivisten hatten am Dienstag eine Installation mit Puppen in Gestalt palästinensischer Gefangener vor der Geburtskirche aufgebaut, die Trump zu sehen bekommen hätte sollen.

Bei Trump war daraus geworden: Wir mischen uns nicht ein. Er geleitete den US-Präsidenten zum Abschied auch zum Flughafen in Tel Aviv, wo Trump bereits neue Enthüllungen aus der Geheimdienstbranche in Washington in Beschlag nahmen.

Sosehr sich Abbas auch bemüht, Trump hineinzuziehen ins nahöstliche Unterholz, so genau achtet der auf seine Ausfluchtwege.

Das sind Widersprüche, keine Politik. Zahlreiche palästinensische Organisationen hatten dazu aufgerufen, den US-Präsidenten mit einem "Tag des Zorns" zu empfangen.

Kurzfristig gibt es kaum Hoffnung auf Veränderung in Nahost. Bei Netanjahus Besuch im Weißen Haus gab Trump Anfang des Jahres zu verstehen, er werde möglicherweise von der Vorstellung einer Zweistaatenlösung abrücken und damit eine jahrzehntelang verfolgte politische Strategie der USA über Bord werfen: "Ich schaue mir die Zweistaaten- und die Einstaatenlösung an, und ich werde für die Lösung sein, die beiden Parteien zusagt".

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