Weko durchkreuzt Fusionspläne von Ticketcorner und Starticket

Weko durchkreuzt Fusionspläne von Ticketcorner und Starticket

Ticketcorner und Starticket dürfen ersteinmal nicht unter ein Dach. Mit dem Zusammenschluss hätte es in der Schweiz nur noch einen grossen Ticketvermarkter gegeben.

Für die schweizerische Konsumentenstiftung SKS ist der Weko-Entscheid ein Sieg. Das teilte die Wettbewerbskommission (Weko) am heutigen Dienstag mit. Konsumenten hätten sich also beispielsweise auf höhere Preise einstellen müssen. Die SKS hatte vor sieben Jahren Ticketcorner vorgeworfen, Billette für ein AC/DC-Konzert absichtlich dem Schwarzmarkt zugeführt zu haben.

Dabei geht es der Weko insbesondere um den Wettbewerb im Fremdvertrieb von Tickets. Hingegen bestehen auf dem Markt für Fremdvertrieb deutliche Anhaltspunkte, dass Ticketcorner bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt über eine marktbeherrschende Stellung verfügt. Weko-Direktor Rafael Corazza spricht auf Anfrage von einem Marktanteil in der Grössenordnung von 80 bis 100 Prozent. Das geplante Zusammenschlussvorhaben hätte es den beiden Unternehmen erlaubt, den Schweizer Markt für Fremdvertrieb von Tickets zu kontrollieren und den wirksamen Wettbewerb zu beseitigen. Diese geschäftliche Verbindung der medialen Informationsvermittlung mit dem kommerziellen Vertrieb von Veranstaltungstickets ist den Wettbewerbshütern offensichtlich auch nicht ganz geheuer. Anderseits stellen Ticketcorner und Starticket Veranstaltern auch Software-Lösungen zur Verfügung, um den Ticketvertrieb selber vorzunehmen (Eigenvertrieb).

Allerdings fürchtete die Weko zusätzlich, dass die Besitzer der Unternehmen die Marktstellung verstärkt hätten. Im Oktober 2014 war der gleiche Vorwurf, bezogen auf die Fussball-WM in Deutschland im Jahr 2006, gegen das deutsche Ticketunternehmen und Ticketcorner-Mitbesitzerin CTS Eventim von der Zeitung "Die Welt" erhoben worden. Starticket dagegen zu Tamedia.

Ticketcorner gehört zu je 50 Prozent der Ringier-Gruppe und dem deutschen Ticketunternehmen CTS Eventim.

Vom Zusammenschluss erhofften sich die Medienhäuser eine stärkere Stellung gegenüber ausländischen Konkurrenten und eine bessere Ausgangsposition bei der anrollenden Digitalisierungswelle. Die Fusion im Schweizer Ticketmarkt hätte auch eine Antwort auf die "rasante technologische Entwicklung und die wachsende Bedeutung des Direktverkaufs" sein sollen.

Zudem fielen bei der Entscheidung der Weko die Eigentümer-Verhältnisse ins Gewicht. Während der anspruchsvollen Prüfungsphase in den letzten Monaten habe Starticket ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt und zahlreiche neue Veranstaltungskunden gewonnen, heisst es. Die Unternehmen erwägen einen Weiterzug an das Bundesverwaltungsgericht.

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