EU belegt Streaming-Dienste mit 30-Prozent-Quote

EU belegt Streaming-Dienste mit 30-Prozent-Quote

Den EU-Medienministern ist dieser Umstand allerdings ein Dorn im Auge: Sie forderten schon vor geraumer Zeit eine Europa-Quote für Streaming-Dienste - und haben diese einem Medienbericht zufolge nun umgesetzt. Der zuständige EU-Medienrat hat die Neuregelung der EU-Medienrichtlinie, der so genannten AVMD-Richtlinie, heute beschlossen. Die Direktive für Audiovisual Media Services (AVMS) soll künftig nicht mehr nur für Fernsehsender und Radiostationen, sondern auch für Videostreaminganbieter gelten. Die verbleibenden 70 Prozent der Inhalte können aus nicht-europäischen Produktionen bestehen.

Streaming-Anbieter werden in Europa künftig so behandelt wie klassische TV-Sender - zumindest wenn es nach der Mindestquote an europäischen Produktionen geht. Die Quote wurde im Rahmen der Verhandlungen angehoben, ursprünglich waren 20 Prozent veranschlagt.

Netflix & Co. müssen künftig mehr europäische Produktionen anbieten. Daher ist auch unklar, wie stark sich eine Quote auf die Auswahl auswirken würde. Wettbewerbsrecht Dabei geht es, anders als vor Jahren bei der Radio-Quote, nicht um die Erhaltung der Muttersprache, sondern einzig und allein um den Wettbewerb mit den klassischen TV-Sendern, die ohne eine Gleichstellung bei der Quote gegenüber den On-Demand-Anbietern benachteiligt wären.

Laut einem Bericht von New Europe gibt es Widerstand einiger EU-Länder.

Gegenwehr kam aus Großbritannien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Luxemburg - sie haben gegen die geplante Änderung gestimmt, konnten sich in der Abstimmung des Kulturausschusses des EU-Parlaments aber nicht durchsetzen. Sie befürchten, dass eine solche Quote kontraproduktiv sei. Noch seien nicht alle Details zwischen EU-Ministerrat und Europaparlament ausgehandelt, berichtet unter anderem das Medienmagazin DWDL. Eine Umsetzung des Beschlusses erfolgt frühestens im Frühjahr 2018.

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