Trump beim Papst: Eine "große Ehre"

Empfang im Vatikan Die Schweizer Garde steht bereit als der US-Präsident eintrifft

Das macht er oft, wenn er Staats- und Regierungschefs trifft, aber bei dem US-Präsidenten, der vor wenigen Tagen gerade den Weg für einen 300-Milliarden-Dollar-Waffendeal mit Saudi Arabien frei gemacht hat, dem US-Präsidenten, der seinen Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel gerade als "so amazing" bezeichnet hatte, wirkt diese Geste besonders.

Da müssen dann die bei solchen Gelegenheiten ausgetauschten Geschenke mühsam mit Bedeutung aufgeladen werden: Trump brachte dem Papst eine Erstausgabe der Schriften von Martin Luther King mit. "Er hat etwas. Er ist wirklich gut".

Nach einem Besuch des Ehepaars Trump in der Sixtinischen Kapelle ging es für den US-Präsidenten in den ehemaligen Papstpalast auf dem Quirinal zu einer Begegnung mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella und Ministerpräsident Paolo Gentiloni.

Als er Trump eine Medaille mit Olivenbäumen als Zeichen des Friedens überreichte, verband der Papst damit die Hoffnung, dass dieser ein "Werkzeug des Friedens" sein werde.

Nach Treffen mit Staatsoberhäuptern sagt US-Präsident Trump meistens, wie großartig es war. Er werde die Bücher aber trotzdem lesen, sagte der US-Präsident bei seinem Besuch im Vatikan. Trump bedankte sich und sagte, er werde die Worte des Papstes nicht vergessen. Franziskus übergab Trump am Mittwoch im Vatikan ein Friedensmedaillon und eine Kopie seiner Umwelt-Enzyklika.

Nach seinem Treffen mit dem Papst besuchte Trump mit seiner Frau Melania die Sixtinische Kapelle. Im Anschluß an die Audienz fand eine Begegnung mit dem Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in Begleitung des Sekretärs für die Beziehungen mit den Staaten, Msgr. "Frieden können wir gebrauchen", antwortete Trump.

Der Republikaner ist nicht für eine überzeugte Religiosität bekannt. Am Freitag kehrt er zum G7-Gipfel auf Sizilien nach Italien zurück. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Melania sowie von seiner Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe das Thema angesprochen und Trump ermutigt, die Mitgliedschaft im Pariser Klimaabkommen aufrechtzuerhalten, sagte er auf dem Flug von Rom nach Brüssel, wie mitreisende Journalisten berichteten. Er ist Presbyterianer, das ist der größte Zweig der reformierten Kirchen. Mit dem christlichen Gedanken der Vergebung kann er nach eigenem Bekunden nichts anfangen.

Unterdessen hatte sich Ivanka Trump, die Tochter des Präsidenten, mit weiblichen Opfern von Menschenhandel getroffen. Beim Klimaschutz, in der Flüchtlingskrise und zu Fragen der Einwanderung vertreten sie gegensätzliche Positionen. Anders sah das ein weiterer Tourist aus Amerika: "Es ist eine gute Übung für Europa und auch für den Papst, von Trump zu hören", sagte Lee aus Alabama. In Rom lebende Amerikaner protestierten mit "Trump not welcome"-Bannern: "Er ist gegen alles, woran ich glaube - gegen Frauenrechte, gegen Immigration, Umweltschutz", so eine Wahlrömerin". Danach hieß es jedoch, dass sie wohl "Potica" gesagt habe. Die First Lady legte bei ihrem Eintreffen Blumen unter das Marienbildnis der "Madonna dei Miracoli", der Patronin der Klinik, nieder, und ließ sich durch die herzchirurgische Abteilung führen.

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