Yad Vashem - Donald Trump irritiert mit Gästebuch-Eintrag

Yad Vashem- Donald Trump irritiert mit kuriosem Gästebuch-Eintrag

Ein deutsch-israelischer Historiker hat den Eintrag des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem kritisiert.

"Es ist eine Ehre, mit all meinen Freunden hier zu sein", schrieb der Präsident und setzte darunter: "So fantastisch + werde ich nie vergessen". Kritiker reiben sich unter anderem an der Formulierung "fantastisch" auf, die dem Ort Yad Vashem so gar nicht angemessen sei.

Erneut muss sich Trump auch dem Vergleich zu Barack Obama stellen, der sich bei seinem Besuch einst etwas mehr Zeit nahm und eine ganze Seite schrieb.

Dieser hatte in einer langen Notiz unter anderem geschrieben, dass die Menschheit in Zeiten "großer Risiken und großer Versprechen, des Krieges und des Streits mit einer so mächtigen Erinnerung an das Potenzial des Menschen, großes Böses zu tun, aber auch an unsere Fähigkeit aus der Tragödie aufzusteigen und unsere Welt zu erneuern" gesegnet sei.

"Lasst uns unsere Kinder hierherkommen lassen und die Geschichte kennenlernen, damit sie ihre Stimmen erheben und für ein ‚nie wieder' eintreten", schrieb Obama. "Und mögen wir uns an die, die zugrunde gingen, nicht als Opfer erinnern, sondern als Individuen, die wie wir gehofft, geliebt und geträumt haben, und die zu Symbolen des menschlichen Geistes geworden sind". Sein Vorgänger war bei seinem Besuch weniger kurz angebunden. Der Spott entzündet sich am Eintrag des Präsidenten in das Gästebuch. "Er hat nur vergessen zu schreiben: ‚Bis nächsten Sommer'", twittert der Journalist Raoul Wootliff.

George W. Bush hatte es sich 2008 leicht gemacht und hatte dabei keine Kritik provoziert. Zuvor hatte Trump gesagt, der Holocaust sei "die dunkelste Stunde der Geschichte" und das "grausamste".

Und Hillary Clinton schrieb als damalige Außenministerin 2009: "Yad Vashem ist ein Zeugnis für die Macht der Wahrheit im Angesicht der Verleugnung, der Unverwüstlichkeit des menschlichen Geistes im Angesicht der Verzweiflung, der Triumph der Juden über Mord und Zerstörung und eine Erinnerung an alle Menschen, das die Lehren aus dem Holocaust niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Gott segne Israel und seine Zukunft".

In Israel war im Vorfeld kritisiert worden, dass ursprünglich für Trumps Besuch in Yad Vashem nur 15 Minuten eingeplant waren.

Yad Vashem ist eine der bedeutendsten Gedenkstätten des Holocaust in Jerusalem (Israel), sie gedenkt dem nationalsozialistischen Völkermord an über sechs Millionen europäischen Juden. Letztlich dauerte er etwa eine halbe Stunde.

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