Der Äthiopier Tedros wird neuer WHO-Generaldirektor

Die scheidende WHO-Direktorin Chan

Der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus ist zum neuen Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewählt worden.

Nach zehn Jahren als Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Margaret Chan aus Hongkong am 1. Juli 2017 von ihrem Posten abgelöst. Weitere Kandidaten waren der britische Arzt David Nabarro und die pakistanische Kardiologin Sania Nishtar. Der Schmerz über den Verlust treibe ihn bis heute an: "Meine Vision ist eine Welt, in der jeder einzelne unabhängig von der Herkunft und wo er lebt ein gesundes und produktives Leben leben kann", sagt er. Dort sind Reformen dringend nötig: Die WHO war bei der Ebola-Krise in Westafrika 2014 viel zu langsam in die Gänge gekommen. 2005 wurde er Gesundheitsminister in Äthiopien und weitete den Gesundheitsdienst deutlich aus. Dazu sei auch eine neue Ordnung der WHO-Ressourcen notwendig, um bei Krisen schnell reagieren zu können. Daneben leitete er internationale Initiativen gegen Malaria, Tuberkulose und Aids. Nach seiner Wahl sagte er, sein wichtigstes Ziel sei eine universelle medizinische Versorgung auch in armen Ländern. Dabei nahm das Vertrauen in die Organisation schweren Schaden. Bei der Frage nach seinen Reformvorhaben bleibt er im Interview mit einem Webportal unkonkret: "Alle Reformen beginnen mit Zuhören".

Vor dem Völkerbundpalast protestierten mehrere Dutzend Äthiopier gegen Tedros. Schon bei der Gründung der WHO 1948 sei eine flächendeckende Gesundheitsvorsorge ein Versprechen gewesen. Tedros war von 2012 bis 2016 Außenminister. "Unsere Regierung steht hinter Demokratie, Menschenrechten und allem", beteuerte Tedros. Ein Prozess, bei dem nach Angaben von Human Rights Watch Hunderte Menschen umkamen und Zehntausende Demonstranten verprügelt und festgenommen wurden.

Es gibt allerdings auch Kritik an Tedros: Kritiker werfen ihm vor, dass er drei Cholera-Epidemien in seinem Land vertuscht habe.

Related:

Comments

Latest news

Trumps Einreisestopp geht vor das Oberste Gericht
Laut der New York Times wird Trumps Regierung wahrscheinlich vor den Obersten Gerichtshof der USA, den Supreme Court, ziehen. Das geplante Einreiseverbot des US-Präsidenten sollte sich gegen Bürger von sechs muslimisch geprägten Staaten richten.

Dax berappelt sich in schwankendem Feiertagshandel Börse in Frankfurt
Favorit der Anleger im MDax waren die zuletzt gebeutelten Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag, die um 1,50 Prozent anzogen. Zudem steige Aixtron damit aus einem Geschäft aus, das schon länger zu kämpfen habe und nicht zu den Kernaktivitäten zähle.

Attentäter reiste von Düsseldorf nach Manchester
Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter war, sondern dass ein ganzes Terrornetzwerk hinter der Bluttat steckt . Auch einem Zwischenstopp Abedis vor zwei Jahren wird nachgegangen: Damals flog er über Frankfurt am Main nach Großbritannien.

Manchester-Anschlag - Nun insgesamt vier Verdächtige in Gewahrsam
Diese stützten ihre Angaben auf eine vertrauliche Unterrichtung, die britische Stellen ihren US-Kollegen in London gegeben hätten. Die Polizei in Manchester teilte am Mittwoch mit, man sei nun sicher, die Identität aller Todesopfer zu kennen.

Förderlimit bleibt: Opec verlängert Frist um neun Monate
Zusammengefasst kann man sagen, dass die Durchführung des Abkommens sehr solide war und das den Ölpreisen deutlich gestärkt hat. Auch wenn die Bestände in den USA gesunken sind, ist der allgemeine Lagerbestand im Jahr 2017 immer noch auf einem Rekordhoch.

Other news