Trump: Andere Nato-Staaten müssen mehr zahlen

Donald Trump Quelle über dts Nachrichtenagentur

Mit dieser Aussage sorgt Donald Trump für Aufregung. Daran ändert sich nichts.

Auf Pressetermine verzichtet Trump völlig bei seinem ersten Besuch bei der EU. 23 der 28 NATO -Mitgliedstaaten "zahlen immer noch nicht, was sie zahlen sollten", sagte Trump. Aber er konnte den wichtigsten Beitragszahler des Bündnisses nicht genauso behandeln, wie es Trump am Nachmittag mit seinen Kollegen gemacht hatte. Viele dieser Nationen "schulden enorme Mengen Geld aus den vergangenen Jahren".

Merkel hatte zuvor die geplante Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben als ausreichend bezeichnet.

Ob es Donald Trump, dem die ungeteilte Aufmerksamkeit ein hohes Gut ist, unter der Vielzahl an Staatenlenkern in Brüssel wohl war, ist schwer zu beurteilen. Er provozierte, pöbelte. Viele der Staats- und Regierungschefs waren geschockt.

Derweil drehte sich einfach alles an diesem Tag um Trump, der in Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nicht nur einen Fan, sondern offensichtlich einen Bewunderer gefunden hat. "Dies wird ein starkes Signal der Einheit im Kampf gegen den Terror senden, aber auch die Basis bilden für eine bessere Koordination der Massnahmen der Nato und der übrigen Mitglieder der Koalition", sagte Stoltenberg am Donnerstagvormittag vor den Medien in Brüssel weiter. "Schön" sei es, so Trump. "Ich habe nicht gefragt, was es kostet", scherzte er. Die Kosten belaufen sich auf über eine Milliarde Euro.

Die 2014 von den USA gegründete Anti-IS-Koalition fliegt seit 2014 Luftangriffe auf die IS-Miliz in Syrien. Das Bündnis werde nun als Koordinationsplattform für den Kampf gegen das Terrornetzwerk dienen können.

Über die Kosten der Nato wollte er allerdings reden. Dass es sich um nicht viel mehr als einen Pyrrhussieg handelt, wird er dabei verschweigen. Auf der Arbeitsebene hat man bei der NATO darauf eine Antwort gefunden: Einfach ignorieren. Ebenso werden die Awacs wie bisher lediglich vom türkischen Luftraum aus operieren.

Während Melania Trump, die Ehefrau des Präsidenten, zunächst mit Königin Mathilde im Schloss Laaken dinierte und anschließend - wie bei jeder Station - ein Kinderkrankenhaus besuchte und mit den Kleinen Papierblumen in den Landesfarben schwarz, gelb rot bastelte, machte sich Trump auf zum Ernst des Lebens. Mit Werken wie "Der Verrat der Bilder (Das ist keine Pfeife)" stellte Magritte hergebrachte Denkstrukturen infrage und versuchte Wahrnehmungsmuster zu durchbrechen. Trump tat sich derweil nicht nur im Drängeln hervor, sondern übte auch heftige Kritik an den anderen Mitgliedsstaaten.

EU-Ratspräsident Donald Tusk empfing Erdogan in Brüssel zu einem Treffen, an dem auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilnehmen sollte.

Die britische Regierung wollte gegenüber dem US-Präsidenten ihre Verstimmung wegen der Veröffentlichung von vertraulichen Details des Terroranschlags von Manchester durch US-Medien zum Ausdruck bringen. "Das weiss ich", erwiderte Trump. Kommissionschef Juncker? "Genau." Tatsächlich war es Tusk. So richtig wollte die Pointe jedoch nicht sitzen. "Weiß ich!", erwiderte Trump, und Juncker meinte: "Einer zu viel!"

Gewisse Bereiche seien "offen geblieben wie Klima und Handel", bilanzierte Tusk. "Ich bin mir nicht zu 100 Prozent sicher, dass wir heute sagen können, eine einheitliche Meinung über Russland zu haben".

Im neuen "Europa-Gebäude", wo sich Angela Merkel mit den Kollegen zum Gipfel trifft, hängen die Sternenbanner der USA und der EU einträchtig nebeneinander. Trump äußerte sich nach dem Treffen nicht öffentlich, sondern fuhr zu einem Mittagessen mit Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron. Ein Vertreter des US-Präsidialamtes zufolge steht Trump aber zu der Beistandsverpflichtung. Inwiefern das funktioniert hat, ist nicht bekannt. Seitens der EU wurde erklärt, dass es sich nicht um einen formellen EU-US-Gipfel, sondern nur um ein informelles Treffen handelt.

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