Trump rasselt in Europa mit den Verbündeten zusammen

Das Gebäude des fast fertigen neuen NATO-Hauptquartiers in Brüssel dient als Kulisse des Gipfel Treffens

Donald Trump erste Europareise hätte Entspannung bringen können. Daran ändert sich trotz der Polterei von Trump nichts.

Brüssel. Bei dem gestrigen Spitzentreffen in Brüssel stand der neue US-Präsident Donald Trump, der das Bündnis als "veraltet" bezeichnet hatte, natürlich im Mittelpunkt.

US-Präsident Donald Trump ist in Brüssel freundlich empfangen worden.

Olivier Maingain, Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Woluwe Saint-Lambert, sagte dem belgischen Fernsehsender RTBF gegenüber, die US-Dienste hätten gar die Namen von all jenen Brüsseler Einwohnern verlangt, die entlang von Trumps Autoroute wohnen. 23 von 28 Mitgliedern zahlten nicht genug und seien mit Milliarden im Rückstand. "Und viele dieser Nationen schulden enorme Mengen Geld aus den vergangenen Jahren". Selbst Ausgaben in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung, also des aktuellen NATO -Ziels, reichten nicht aus, um die Löcher zu stopfen und die Streitkräften zu modernisieren. Dieses Bekenntnis legte Trump auch in Brüssel nicht ab. Zuweilen machte er einen etwas verlorenen Eindruck unter all den Staats- und Regierungschefs, deren Namen er wohl noch nicht allesamt kennen dürfte.

Auch der Generalsekretär hatte zuvor betont, dass die NATO keine Kampfeinsätze im Nahen Osten plane.

Zählt die Nato neue Mitglieder? "Schön" sei es, so Trump.

Merkel sagte in Brüssel, sie habe sich gefreut, dass Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben für gut befunden habe. Die EU will der nationalistischen America-First-Politik des US-Präsidenten entgegentreten und sich als Verfechter offener Märkte positionieren.

Trump habe weiter gesagt: "Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen". Dass es sich um nicht viel mehr als einen Pyrrhussieg handelt, wird er dabei verschweigen. Die einzelnen Nato-Staaten tun das schon.

Terror sei "das Böse", dem wir gegenüberstünden, sagte Trump in einer Rede.

Auf die eher geringe Begeisterung des Papstes - zu sehen auf dem offiziellen Foto mit Donald, Melania und Ivanka Trump - ist natürlich auch das Internet aufmerksam geworden.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Junker habe bei dem Treffen dem US-Präsidenten widersprochen, berichtete der Spiegel weiter. Bei einem Treffen mit EU-Spitzenvertretern in Brüssel knüpfte er an eine Forderung an, die er bereits 1990 in einem "Playboy"-Interview geäußert hatte und kritisierte Deutschland scharf". State Departement und Weißes Haus erklärten nach monatelanger Funkstille, dass der vermeintliche Trump-Freund nie für den Posten in Frage gekommen sei. Juncker zeigte daraufhin mit dem Finger auf Tusk und unkte: "Ein Präsident hier ist zu viel". So soll Trump einem Vorschlag Junckers zugestimmt haben, einen Aktionsplan ausarbeiten zu lassen.

Die Anfahrt des US-Präsidenten geriet zu einem zwar sicheren, aber gespenstischen Schauspiel. Seit dem Amtswechsel im Januar ist das transatlantische Verhältnis angespannt, weil Trump die Nato und auch die EU zeitweise infrage stellte, im Handel mit Schutzzöllen drohte und auch das Pariser Klimaabkommen in Zweifel zog. "Und ich bin nicht zu 100 Prozent sicher, dass wir heute sagen können, wir hätten eine gemeinsame Position zu Russland". Zurzeit verhandelt die EU-Kommission etwa 20 Handelsverträge weltweit, darunter mit Ländern wie Japan, Singapur und Vietnam. "Das ist ein starkes politisches Signal der Nato", unterstrich Stoltenberg. Der Luxemburg Xavier Bettel und der Belgier Charles Michel tuscheln mit Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron. Inwiefern das funktioniert hat, ist nicht bekannt.

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