Jahre nach versuchter Kindesentführung: Täter geschnappt

Jahre nach versuchter Kindesentführung: Täter geschnappt

Fast fünf Jahre nach der versuchten Entführung eines Kindes in Hessen hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der dringend tatverdächtige Mann aus Nordrhein-Westfalen befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er soll am 1. Oktober 2012 im hessischen Niederweimar ein damals neunjähriges Mädchen in sein Auto gezogen und ihren Mund mit einem Klebeband zugeklebt haben.

Dem Mädchen gelang aber die Flucht, als der Mann sein Auto startete.

Die umfangreichen Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen der speziell eingerichteten Arbeitsgruppe von Polizei und Staatsanwaltschaft verliefen damals ohne Erfolg.

In einem Freibad in Witten ist Anfang Mai ein Mann festgenommen worden, weil er ein Mädchen im Schwimmbecken unsittlich angefasst hatte. Der Tatverdächtige, der in Lippstadt wohnt, wurde vernommen und erkennungsdienstlich behandelt. Ein automatischer Abgleich ergab, dass die Fingerabdrücke des Mannes mit Abdrücken übereinstimmen, die im Oktober 2012 bei einer versuchten Kindesentführung übereinstimmen.

Doch als nun eine Übereinstimmung der Fingerabdrücke festgestellt werden konnte, erließ die Staatsanwaltschaft Marburg unverzüglich einen Haftbefehl gegen den 34-jährigen Mann. Marburger Kriminalpolizisten nahmen den Verdächtigen mit Unterstützung der ortsansässigen Polizei am Dienstag in Lippstadt vorläufig fest. Der 34-Jährige soll das zuvor zwangsversteigerte Haus vor etwa fünf Jahren gekauft haben. Als "etwas merkwürdig, aber harmlos wirkend", beschrieb eine Nachbarin gestern den Mann. Die nur sporadische Anwesenheit habe er mit der fehlenden Heizung erklärt. Zuletzt leistete sich der 34-Jährige einen schwarzen Porsche mit Hammer Kennzeichen, ließ das Anwesen aber deutlich verkommen. Auch die beiden Fahrzeuge des Mannes wurden unter die Lupe genommen. Seine Fingerabdrücke weisen auf eine weitere Tat hin. Der zuständige Richter bestätigte daraufhin am Mittwoch den bereits bestehenden Haftbefehl.

Recherchen ergaben laut Polizei und Staatsanwaltschaft, dass auf den Beschuldigten im Jahre 2012 ein grauer Opel Omega zugelassen war. Der 34-Jährige sitzte seither in einer Justizvollzugsanstalt ein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Voraussetzung ist der Beschuldigtenstatus und die ermessensfehlerfreie Annahme der Wiederholungsgefahr einer Straftat nach kriminalistischer Erfahrung.

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