Polizei schnappt in Lippstadt mutmaßlichen Kindesentführer

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2012 und zeigt Polizeibeamte in der Nähe des Tatorts in Niederweimar. Archivbild Tobias Hirsch

Ein dringend tatverdächtiger Mann befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft.

Den Ermittlungsbehörden zufolge soll der 34-Jährige 2012 versucht haben, ein damals neunjähriges Mädchen zu verschleppen. Er zog das Kind in sein Fahrzeug und klebte ihm Klebeband auf den Mund.

Dem Mädchen gelang damals glücklicherweise die Flucht, als der Mann sein Fahrzeug startete.

Nach dem Vorfall kam es zu umfangreichen Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Obwohl intensiv ermittelt wurde, auch mit Aufrufen an die Öffentlichkeit, blieb der Mann danach verschwunden - bis er nun Anfang Mai in einem Schwimmbad im nordrhein-westfälischen Witten ein Mädchen begrapschte.

Wegen der neuen Erkenntnissen nach dem Vorfall in Witten erließ die Staatsanwaltschaft Marburg unverzüglich Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen, zudem wurden Durchsuchungsbeschlüsse für mehrere Wohnsitze des Mannes und ein Antrag auf Entnahme von Körperzellen erlassen.

Die Fingerabdrücke stimmten mit denen überein, die im Oktober 2012 im hessischen Niederweimer nach der gescheiterten Entführung gefunden worden waren.

Am 23. Mai nahm die Polizei den Mann in Lippstadt fest. Der Mann soll dort eine Ausbildungsmaßnahme an der Pflegefachschule besucht haben, die er im Zuge einer Umschulung zum Kinder-Krankenpfleger in Hamm absolvierte. Die nur sporadische Anwesenheit habe er mit der fehlenden Heizung erklärt.

Inzwischen stellte sich auch heraus, dass auf den Mann im Jahr 2012 ein grauer Opel zugelassen war. Zuletzt leistete sich der 34-Jährige einen schwarzen Porsche mit Hammer Kennzeichen, ließ das Anwesen aber deutlich verkommen. Möglicherweise seien dem Beschuldigten weitere Taten zuzuordnen. Staatsanwalt Oliver Rust: "Die Ermittlungen gehen klar in diese Richtung". Auch die beiden Fahrzeuge des Mannes wurden unter die Lupe genommen. Der mutmaßliche Täter wurde am Mittwoch dem zuständigen Richter beim Amtsgericht Marburg vorgeführt, der den bereits bestehenden Haftbefehl bestätigte. Der 34-Jährige sitzte seither in einer Justizvollzugsanstalt ein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Anordnung und Durchführung obliegt der örtlichen Kriminalpolizei und den Staatsanwaltschaften.

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