Terror gegen Teenager: Manchester-Attentäter soll IS-Kontakt gehabt haben

Britische Sicherheitskräfte am Eingang der Downing Street in London. Nur noch bis Montagabend sollen Soldaten die Polizei unterstützen

Der festgenommene Bruder Abedis räumte ein, der Attentäter sei Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", sagte Innenministerin Rudd.

Großbritannien war bereits mehrfach Ziel terroristischer Angriffe. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Täter sei ein "Soldat" gewesen. "Offen gestanden hatte sich die britische Polizei sehr deutlich ausgedrückt, dass sie den Informationsfluss kontrollieren will, um die operative Integrität zu schützen, den Überraschungsmoment", sagte sie. Er selbst sei zudem mit den Einzelheiten des Anschlags vertraut gewesen.

Auch diese Festnahmen seien in einem südlichen Viertel der Stadt erfolgt, wo bereits am Vortag ein junger Mann festgenommen worden war.

Nach Medienberichten war der 22-jährige Salman Abedi erst kurz vor dem Terroranschlag zu Besuch in Libyen. Der mutmaßliche Attentäter hatte so mindestens 22 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Premierministerin Theresa May rief die höchste Terrorwarnstufe aus und mobilisierte die Armee, die sich am Mittwoch für den Schutz strategisch wichtiger Orte bereit machte.

Abedi, Brite libyscher Herkunft, habe sich "nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert", sagte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb dem Sender BFMTV. Verbindungen zum IS seien "erwiesen".

Salman Abedi wurden in Großbritannien geboren und ist hier aufgewachen. Seine Familie wird als sehr religiös beschrieben. Denn der Bau des Sprengsatzes, der in Manchester zum Einsatz kam, gilt als recht komplex. Den Rettungskräften zufolge waren unter ihnen zwölf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Das bislang jüngste Todesopfer der Attacke auf die Konzerthalle in Manchester war ein achtjähriges Mädchen. 22 Menschen wurden getötet und 59 verletzt.

Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Abedi studierte nach Informationen der BBC an der Salford University in Manchester, brach sein Studium aber ab und arbeitete später in einer Bäckerei. Etliche Opfer hätten auch Schädel-Hirn-Verletzungen, sagte der Neurologe Stefan Schumacher dem Südwestrundfunk (SWR). Das Militär kann jetzt nach Ausrufung der höchsten Sicherheitsstufe die Polizei unterstützen. Der weltberühmte Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freuzustellen. Aus Respekt vor den Opfern sagte der FC Chelsea seine geplante Siegesparade zum Gewinn der englischen Fußballmeisterschaft ab. In der für Zehntausende ausgelegten Halle war die US-Sängerin Ariana Grande aufgetreten. Dort hätte die 23-Jährige eigentlich noch in dieser Woche am Donnerstag und Freitag Konzerte geben sollen.

Derweil warf die britische Regierung US-Geheimdiensten die unerlaubte Weitergabe von internen Fotos vom Anschlag an eine Zeitung vor. Die Kanzlerin trug sich ebenso wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der britischen Botschaft in Berlin in das Kondolenzbuch für die Opfer des Terroranschlags ein.

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