Terrorismus: BBC: Einer der festgenommenen Männer ist Abedis Bruder

22 Todesopfer forderte der Anschlag

Mit einem Großaufgebot an Ermittlern versucht die Polizei in Großbritannien das islamistische Netzwerk des Selbstmordattentäters von Manchester aufzuklären. Der Mann war am Dienstag in Libyen festgenommen worden, wie die Spezialkräfte am Mittwochabend auf ihrer Facebook-Seite weiter mitteilten.

Abedi, Brite libyscher Herkunft, habe sich "nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert", sagte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb dem Sender BFMTV. Die Ermittler gehen eindeutig von einer Gruppe rund um den Attentäter Salman Abedi aus. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben.

Der Manchester-Attentäter Salman Abedi ist nach Erkenntnissen der Polizei über den Flughafen Düsseldorf nach Großbritannien geflogen. Bekannt ist, dass er ein Wirtschaftstudium an der Salford University in Manchester nach zwei Jahren geschmissen hat.

Abedi wurde den Behörden zufolge als Sohn libyscher Eltern in Großbritannien geboren. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", sagte Innenministerin Rudd.

Der 22-Jährige war dem britischen Geheimdienst bekannt, wie Rudd sagte. Deutsche sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung nicht unter den Opfern.

Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand.

Die höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien gilt vorerst weiter. Die britische Regierung setzte Soldaten ein, um die Polizei bei der Sicherung wichtiger öffentlicher Einrichtungen zu unterstützen.

Der Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast, eine grosse Touristenattraktion, wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freizustellen. Aus Respekt vor den Opfern sagte der FC Chelsea seine geplante Siegesparade zum Gewinn der englischen Fußballmeisterschaft ab.

Am Montagabend war am Ende des Konzerts von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester ein Sprengsatz detoniert. Der englische Rekordmeister siegte im Endspiel von Stockholm mit 2:0 (1:0) gegen Ajax Amsterdam. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trug sich in der britischen Botschaft in Berlin in das Kondolenzbuch für die Opfer des Terroranschlags ein, am Mittag wurde dort auch Merkel erwartet. Wegen der tragischen Ereignisse werde die "Dangerous Woman Tour" ausgesetzt, teilte die O2-Arena in London auf ihrer Internetseite mit. Ausserdem wurde ein 23-Jähriger festgenommen. Die Absage gelte darüber hinaus für alle Auftritte bis zum 5. Juni in Zürich, wurde das Management der Sängerin am Mittwoch zitiert.

Etwa 60 weitere Opfer wurden rund um den Anschlagsort von Helfern versorgt, meldete die Zeitung "Manchester Evening News" unter Berufung auf Rettungskräfte. Die Sicherheitsvorkehrungen sind deutlich schärfer als bei früheren Kirchentagen.

Nach dem Anschlag sucht die Polizei weiter nach möglichen Komplizen des Attentäters. Sie betonte, die militärischen Kräfte stünden dabei unter dem Kommando der Polizei.

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