Tote bei Angriff auf Bus mit koptischen Christen

Tote bei Angriff auf Bus mit koptischen Christen

KairoBewaffnete haben in Ägypten einen Bus mit koptischen Christen angegriffen und mindestens 24 Menschen getötet. Deutschland wolle seinen Beitrag dazu leisten, "dass so etwas in der Zukunft nicht mehr geschehen kann".

Aus Sicherheitskreisen hieß es weiter, der Bus mit den Opfern sei auf dem Weg zu dem Kloster St. Samuel gewesen, das auf halbem Weg zwischen der Stadt Al-Minja und Kairo liegt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erfuhr während eines Gesprächs mit dem Großimam des renommierten islamischen Al-Ashar-Instituts, Ahmed al-Tajeb, beim Kirchentag in Berlin von dem Anschlag. "Wir sind erschüttert und sind uns absolut einig: Terrorismus im Namen der Religion ist Missbrauch der Religion". Al-Tajeb nannte den Angriff "inakzeptabel".

"Tief betroffen und entsetzt" zeigte sich auch Kardinal Christoph Schönborn. Auch Israel verurteilte den Anschlag, Regierungschef Benjamin Netanjahu bekundete sein Beileid. "Sie muss mit allen legitimen Mitteln gestoppt werden".

Tote bei Angriff auf Bus mit koptischen Christen

Auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), der erst am Mittwoch in Ägypten zu Besuch gewesen war, verurteilte den Angriff auf die Kopten. Anfang April wurden bei Anschlägen auf zwei Kirchen in Alexandria sowie in Tanta nördlich von Kairo insgesamt 45 Menschen getötet.

Der ägyptische IS-Ableger, der sich zu dem Doppelanschlag und dem Angriff auf die Kairoer Kirche bekannt hatte, hatte Anfang Mai mit weiteren Attacken auf Christen gedroht. Die Probleme müssten sofort angegangen werden, "um ein noch schlimmeres Abdriften in die Gewalt zu vermeiden", sagte der Pontifex bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi. Ein Großteil von ihnen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an. Peter und Paul in Kairo in die Luft gesprengt.

Dschihadistengruppen werfen den Kopten in Ägypten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben.

Christen machen rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter aus. Seitdem wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 40 koptische Kirchen in Brand gesetzt oder beschädigt.

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