Trump bezeichnet die Deutschen als "böse, sehr böse"

Beim Nato Gipfel beharrte Trump in scharfem Ton auf viel höhere Rüstungsausgaben der Mitgliedstaaten

Die Atmosphäre des Gesprächs hinter verschlossenen Türen sei vielmehr konstruktiv gewesen.

Beim Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der Außenbeauftragten Federica Mogherini und dem EU-Parlamentspräsidenten Antonio Tajani zeigte sich Trump noch gut gelernt und zu Scherzen aufgelegt. Denn beim Thema Handel sind die EU und die USA zuletzt getrennte Wege gegangen: Trump setzt verstärkt auf Protektionismus und will nach seiner Ansicht unvorteilhafte Handelsverträge für die USA aufschnüren. "Die NATO der Zukunft muss sich stark auf Terrorismus und Einwanderung konzentrieren", sagte er, ohne den Bezug zur Einwanderung zu erklären. "Ich bin kein Spezialist im Englischen, wie man weiß, aber: Bad heißt nicht böse, schlecht reicht". Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn verkündet, Trump habe nicht gesagt, dass er ein Problem mit Deutschland habe. Der versicherte am Rande des G-7-Gipfels, Trump habe kein Problem mit den Deutschen. Aber Trump ist nicht der einzige, der den deutschen Exportüberschuss beklagt.

In dem Gespräch mit Juncker sollen allerdings noch andere Begriffe gefallen sein, wie Spiegel Online berichtete. "Die heutige Diplomatie benötigt professionelle Klempner statt indiskrete Diplomaten". "Fürchterlich. Wir werden das stoppen", sagte der US-Präsident. Am Nachmittag nimmt Trump an seinem ersten Nato-Gipfel teil. Mittlerweile ist er von diesen Äußerungen abgerückt. Trump sah sich genötigt, die Lecks öffentlich zu verurteilen und Ermittlungen anzukündigen. Kanzlerin Merkel droht Türkei mit Abzug der Bundeswehrsoldaten. Die Nato-Regierungen hatten am Donnerstag auf Wunsch der US-Regierung beschlossen, dass das Bündnis der Allianz gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat beitritt.

Nach Bekanntwerden der scharfen Kritik von US-Präsident Trump an der deutschen Handelspolitik hat sich EU-Kommissionschef Juncker um Schadensbegrenzung bemüht.

Juncker habe bei Trump darauf gedrungen, die Handelsbeziehungen zu intensivieren. Schon vor dem Besuch Trumps hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zur Versöhnung gemahnt. Doch in der Sache blieben die Fronten erkennbar hart. "America first", lautete und lautet der Slogan, mit dem Trump deutlich machen will, dass die Verringerung des US-Handelsdefizits für ihn absolute Priorität genieße. Alle Mitglieder, so Trump, müssten mindestens zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Rüstung aufwenden. Er erneuerte die Kritik, dass Zuwanderer unkontrolliert in Massen kämen. Das Bekenntnis zum Anti-Terror-Kampf gilt als Konsens.

Unklar ist in Taormina aber vor allem die Positionierung Trumps zum Pariser Klimaschutzabkommen, in dem sich alle Staaten weltweit zu einer Verringerung der Treibhausgase verpflichten.

Merkel verwies zudem darauf, dass Deutschland weiter zum sogenannten Zwei-Prozent-Ziel der Nato stehe. Sie freue sich, sagt sie in die Kameras, dass die Nato-Regierungschefs die einschlägigen Beschlüsse dazu beim damaligen Gipfel in Wales bestätigen werden. "Bestätigen heisst: Nicht mehr und nicht weniger", sagte Merkel. Vielleicht wusste Trump jedoch auch einfach, dass sich halb Europa ob der Tusk-Juncker-Verwechslung über ihn lustig gemacht hatte. Und er sei "unsicher, ob wir die gleiche Position gegenüber Russland haben". Die Gefahr müsse man nicht nur Trump vor Augen führen, sondern auch der Wallstreet, den international tätigen US-Konzernen und den betroffenen US-Bundesstaaten. Wie ein Paukenschlag traf seine Rede vor dem neuen Nato-Hauptquartier die versammelten Staats- und Regierungschefs: Er wiederholte darin all die alten, längst überwunden geglaubten Vorwürfe gegenüber dem Bündnis bis zu der Anklage, die Partner schuldeten den USA riesige Summen, weil sie jahrelang nicht genug für die eigene Verteidigung ausgegeben hätten.

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