Trump in Bethlehem: Abbas will Palästina in Grenzen von 1967

Tausende Israelis demonstrieren in Tel Aviv für Frieden

Er rief Israel und die Palästinenser auf, Schmerz und Streit der Vergangenheit beiseite zu lassen. Am Abend traf er in Rom ein.

Bereits in seiner Begrüßungsrede am Flughafen verwies Rivlin auf die Feiern zum 50. Jahrestag des Sechstagekriegs von 1967, die Israel als "Wiedervereinigung Jerusalems" beging. Schon vor ihm sind US-Präsidenten in Reihe und ungezählte Sondervermittler bei dem Versuch gescheitert, Frieden nach Nahost zu bringen.

Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn will hingegen die Aussage vor einem Kongressausschuss zur Russland-Affäre verweigern. Die israelische Regierung kündigte darauf an, die Öffnungszeiten an mehreren Grenzübergängen im besetzten Westjordanland zu lockern. Irgendwie geht es dann auch um Liebe, unter anderem, und um Glauben und Hoffnung sowieso. Diese Agenda bestimmte den eintägigen Besuch Trumps und fanden sich auch in seiner Rede im Israel-Museum in Jerusalem wieder. "Solange wir im Angesicht des Bösen nicht schweigen, (.) und der Barbarei nicht untätig zuschauen, wissen wir, dass Güte, Wahrheit und Frieden die Oberhand behalten werden". Abbas übergab einen Brief der Familien der Häftlinge an Trump. Trump ist ein Freund der Inszenierung. Kritiker stellten die Frage, ob vor allem die Formulierung "fantastisch" (engl. amazing) angesichts der Tragweite des Holocausts angemessen war.

Trump sagte der Zeitung "Israel Hajom" am Sonntag: "Ich denke, es bestehen gute Chancen auf einen Deal". Ein Reporter der "Times of Israel" meinte auf Twitter: "Er hat vergessen zu schreiben: Bis nächsten Sommer!".

Am Montag hatte Trump als erster amtierender US-Präsident die Klagemauer in Jerusalem aufgesucht.

Diese Laissez-faire-Politik zeugt schon von einiger Blauäugigkeit. Trump blieb dann eine halbe Stunde, um der "dunkelsten Stunde der Geschichte" zu gedenken. Trump war außerdem im Jänner kritisiert worden, weil er am internationalen Holocaust-Gedenktag in einer Stellungnahme die Juden unerwähnt ließ.

Um 19.30 werden Trump und Netanjahu zum offiziellen Sitz des Premiers gebracht – sie werden dort ganz privat Abendessen. Laut einem Bericht der israelischen Zeitung "Haaretz" vom Dienstag demonstrierten jeweils rund 300 Personen für eine offene und liberale Gesellschaft.

Mit den Palästinensern wollten die USA an gemeinsamen Anti-Terror-Massnahmen arbeiten und ihre Wirtschaft unterstützen, sagte Trump. "Das Problem besteht nicht zwischen uns und dem Judentum". Auch weil jeder hier weiß, dass US-Präsident Trump von Innenpolitik und dem Vorwurf der Behinderung der Justiz eingeholt wird, sobald er nach Washington zurückkehrt.

Seit mehr als einem Monat befinden sich mittlerweile noch rund 1000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen im Hungerstreik. Doch mit einem Blick auf den Fernseher konnte Trump feststellen, wie brennend aktuell die Themen sind, die er mit Abbas besprach.

Zu Beginn seines Israel-Besuchs präsentierte sich Trump als Friedensbotschafter.

Trumps Nahost-Besuch soll am Dienstagnachmittag enden. Mit strahlenden Gesichtern legen Trump, seine Frau Melania, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dessen Frau Sara in einer Geste der Einheit ihre Hände zusammen.

Am Mittwochmorgen wird er im Vatikan erstmals mit Papst Franziskus zusammenkommen. Anschließend trifft er den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Regierungschef Paolo Gentiloni zu Gesprächen. Der Chef der Siedlerpartei lehnt Friedensverhandlungen zwar nicht grundsätzlich ab, meldete jedoch Bedingungen an: kein Baustopp in den Siedlungen, keine Amnestie für palästinensische Häftlinge und keine unilateralen Zugeständnisse. Auch zu konkreten Schritten, wie ein Friedensprozess einzuleiten sei, äußerte Trump sich nicht.

Trump hatte während seines Besuchs in Jerusalem durchblicken lassen, dass Riad für die Aufnahme diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen zu gewinnen wäre. Teile der römischen Innenstadt sollen zeitweise abgeriegelt werden. Das Urteil von Trump, der die NATO Anfang des Jahres noch als "obsolet" bezeichnet hatte, über das 1,1 Milliarden Euro teure Gebäude wird mit Spannung erwartet.

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