Trump ruft Israelis und Palästinenser zu Kompromiss auf

Er sei ein Freund der vollmundigen Reden, der Inhalt dabei nicht selten sekundär, wirft man ihm vor. Israel setzt mehr als 10 000 Polizisten zur Sicherung des Besuchs ein; zentrale Straßen sollen gesperrt werden. Frieden zwischen Israelis und Palästinensern als der ultimative Deal. Das war eine Station, die die US-Präsidentenfamilie am Dienstag auf ihrer Nahost-Reise aufsuchte.

Trump traf sich mit Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Regierungschef Benjamin Netanjahu sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem. Danach besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Die Begrüßung zwischen den Ehepaaren Rivlin, Netanjahu und Trump war betont herzlich. Iran müsse das Anfachen und die Unterstützung des Terrorismus beenden, forderte Trump.

Im Nahen Osten das Protokoll einzuhalten, ist immer schwierig. Er ließ es daraufhin an Lob für seinen Gast nicht mangeln und unterstrich, wie sehr er die Wende in der amerikanischen Politik in Sachen Iran begrüßt, und dankte dem Präsidenten für die "Wiedergeltendmachung der amerikanischen Führungsrolle im Nahen Osten". "Aber das können wir nur erreichen, indem wir gemeinsam daran arbeiten". "Israel bietet seine Hand zu einem Friedensschluss", sagte er.

Trump rief zu einer Lösung des Konflikts zwischen Israel und Palästinensern als Wegbereiter für Frieden in der Region auf. Es wird erwartet, dass er sich zu Grundzügen einer Friedensregelung äußert. Konkretes lieferte er allerdings am ersten Tag nicht. "Meine Regierung wird immer an der Seite Israels stehen", sagte Trump. Wie die israelische Tageszeitung "Jerusalem Post" anmerkte, handelte es sich um den ersten Direktflug zwischen Saudi-Arabien und Israel in der Geschichte.

"Ich habe gehört, dass das einer der schwierigsten Deals überhaupt ist. Aber ich glaube, dass wir ihn erreichen werden - das hoffe ich". In Israel war kritisiert worden, dass ursprünglich für Trumps Besuch in Yad Vashem nur 15 Minuten eingeplant waren. Netanjahu erklärte, die geheimdienstliche Kooperation beider Staaten sei nach wie vor exzellent und niemals besser gewesen. Bei dem Treffen im Westjordanland kündigte der US-Präsident an, sich mit ganzer Kraft für ein neues Friedensabkommen einsetzen zu wollen. Der hob hervor, es sei ein Traum der Palästinenser, in Frieden zu leben. Er sei zuversichtlich, dass das Bündnis Israels mit den USA unter Trump noch stärker werde. "Das Problem besteht nicht zwischen uns und dem Judentum", betonte er. "Wir haben ein Problem mit der Besatzung und den Siedlungen".

Israelische Soldaten warten am Ben-Gurion-Flughafen auf die Ankunft von US-Präsident Trump. Bester Beleg dafür ist die Route seiner ersten Auslandsreise: Erst hat er in Riad die arabischen Führer getroffen, dann spricht er in Jerusalem mit den Israelis und später in Bethlehem mit den Palästinensern.

Trump und Abbas geben sich in Bethlehem die Hand.

Auch in Israels Regierung macht sich nach Trumps Abreise Ernüchterung breit.

Trump selbst hob hervor, er sei gekommen, "um die unzerbrechliche Verbindung mit Israel erneut zu bestärken". Am liebsten wäre es Israel gewesen, wenn Trump daran teilgenommen hätte. "Seine Vorgänger haben es nicht gewagt, sich in dieses Minenfeld zu begeben", sagt ein israelischer Fernseh-Kommentator. Begleitet wird seine Ankunft von Chaos und Misstrauen. Er geleitete den US-Präsidenten zum Abschied auch zum Flughafen in Tel Aviv, wo Trump bereits neue Enthüllungen aus der Geheimdienstbranche in Washington in Beschlag nahmen. Ivanka und Kushner sind orthodoxe Juden. "Ich möchte den Menschen von Manchester mein tiefes Mitgefühl ausdrücken", sagt er.

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