Amtsinhaber Ruhani gewinnt Präsidentenwahl im Iran

Anhänger des iranischen Präsidenten Ruhani zeigen Siegeszeichen aus ihrem Auto in Teheran

Auch in den Provinzen war die Beteiligung lebhaft. Deswegen verschob das Innenministerium die ursprünglich für 18.00 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr MESZ) geplante Schliessung der Wahllokale um mehrere Stunden.

Auf seinen erzkonservativen Rivalen Ebrahim Raissi entfielen demnach 14 Millionen. Die anderen Kandidaten galten von vorneherein als chancenlos.

Bei der Wahl in Iran geht es um den künftigen Kurs des Gottesstaates: Ruhani steht für die Öffnung und Raeissi für die Abschottung des Landes. Das Wahlergebnis wird zeigen, welchen Kurs die Iraner bevorzugen.

"Ich glaube, die Entscheidungsträger im Iran würden gerne eine zweite Amtszeit von Ruhani und sehen und dass die friedliche Atmosphäre anhält". Auch die unentschlossenen Wähler bekamen plötzlich Angst, dass mit Raeissi das Land wieder so werden könnte wie zu Zeiten von Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Der Entscheidung am Freitag vorausgegangen war ein sehr kontrovers geführter Wahlkampf, in dem Ruhani das Votum als Entscheidung zwischen Konflikt oder Frieden, zwischen globaler Isolation oder "ehrenhaftem Kontakt mit der Welt" charakterisierte.

Anhänger feiern den Wahlsieger Ruhani.

Trotz der Zugeständnisse des Iran beim Atomprogramm bleibt das Verhältnis zu den USA angespannt. Die wirtschaftliche Lage der meisten Iraner hat sich nicht verbessert.

Der aussichtsreichste konservative Kandidat, Ebrahim Raisi, hatte deshalb im Wahlkampf für die vom religiösen Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei geforderte Abschottungspolitik geworben: Das Land solle, statt sich für die westliche Wirtschaft zu öffnen, besser so wirtschaftlich unabhängig werden wie möglich. Damit konnte Rouhani sein Versprechen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, nicht umsetzen. "Sein Sieg ist ein Zeichen für die breite Unterstützung in der Bevölkerung für den Weg der wirtschaftlichen und politischen Öffnung, den Iran seit dem Atomabkommen eingeschlagen hat", sagte Gabriel am Samstag.

Der Ausgang der Wahl ist offen. Zu einem wichtigen Test für Ruhanis Reformkraft dürfte das weitere Schicksal der sogenannten "grünen Idole" von 2009 sein, damit sind Ex-Premier Mir Hossein Mussawi und seine Frau Zahra Rahnavard gemeint sowie Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karroubi. "Achej, achej, naschod ke" - frei übersetzt "Ach wie schade, das war wohl nichts" (mit der Präsidentschaft) - riefen sie nach Augenzeugenberichten und "Raeissi Bye Bye". Er gilt vielen Iranern als Vertreter eines Polizeistaates.

Der 56 Jahre alte Karrierejurist, der seine Abstammung auf den Propheten Mohammed zurückführt, gehörte als junger Kleriker einer vierköpfigen "Todes-Kommission" an, die 1988 die Massenexekution von rund 4000 Regimegegnern organisierte. Erste Prognosen soll es schon Samstagmorgen geben. Das gab Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli am Sonnabend in der Hauptstadt Teheran bekannt.

Die Wahllokale waren erst in der Nacht geschlossen worden. Nach Auszählung von 37 Millionen Stimmen komme Ruhani auf 21,6 Millionen, sagte ein Insider aus der Islamischen Republik am Samstag.

Ruhani hat laut Innenministerium rund 57 Prozent der Stimmen gewonnen, 2013 waren es 50,7 Prozent.

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