Bilanz des G7-Treffens: Sechs zu eins gegen Trump

"Wir Europäer müssen unser Schicksal in die eigene Hand nehmen". "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei". Nur in letzter Minute konnte auf ihrem zweitägigen Gipfel in Taormina auf Sizilien ein Fiasko abgewendet werden. Ob er am Pariser Uno-Klimaschutzabkommen festhält oder aussteigt, will er erst im Verlauf der kommenden Woche bekannt geben, teilte Trump auf Twitter mit. Allein in der Handelspolitik näherten sich die Staats- und Regierungschefs an. Seine mageren Ergebnisse stießen dennoch auf scharfe Kritik. Unter anderem wegen der Klimapolitik endete der G7-Gipfel am Samstag im Streit.

Trump kehrte nach seiner ersten Auslandsreise in die USA zurück, wo ihn die Affären über die Kontakte seines Wahlkampflagers zu Russland erwarteten.

Der US-Präsident, der erst nach zähem Ringen zugestimmt hatte, den Kampf gegen den Protektionismus ins Abschlusskommuniqué aufzunehmen, verkaufte den Mini-Kompromiss hinterher als Erfolg.

Die USA seien kein verlässlicher Partner mehr. Dies sei auch im deutschen Interesse. Trump will nächste Woche über einen Verbleib entscheiden. Er empfindet das Abkommen als unfair und schädlich für die Wirtschaft der USA, die nach China der zweitgrößte Klimasünder sind. Die Isolation der USA in dieser Frage wurde auch in der Abschlusserklärung klar benannt, was ungewöhnlich für die G7 ist. Der Präsident steht wegen seiner Russland-Verbindungen innenpolitisch enorm unter Druck und wollte wohl keine kritischen Fragen zu den neusten Gerüchten beantworten, wonach sein Schwiegersohn in die Affäre verwickelt sein soll. Umweltschützer begrüßten, dass eine Aufweichung des Abkommens verhindert worden sei. "Die restlichen Industrieländer müssen bis zum G20-Gipfel in Hamburg umso mehr Druck ausüben und mit ambitionierten Plänen vorangehen". Für den UN-Hilfsappell von 6,9 Milliarden US-Dollar (6,1 Nrd Euro) liegen erst Zusagen über 30 Prozent vor. 20 Millionen Menschen sind dort von Hungersnöten bedroht. "Da haben die G7 ihre Führungsrolle nicht wahrgenommen", sagte Jörn Kalinski von Oxfam.

"Der G20-Gipfel muss nun dort einspringen, wo der G7 gescheitert ist", sagte Friederike Röder von der Entwicklungsorganisation ONE. Sie erlebte einen US-Präsidenten, der sich nicht wirklich in die Karten schauen lässt. "Der neue US-Präsident setzt nicht auf internationale Kooperation, sondern auf Isolationismus und das vermeintliche Recht des Stärkeren", schreibt Schulz in einem Beitrag für den "Tagesspiegel".

Exportnation Deutschland: Neufahrzeuge von Porsche stehen am Autoterminal von Bremerhaven zur Verschiffung bereit. Noch am Samstagmorgen hatte es so ausgesehen, als ob sich die sieben Industrienationen (USA, Kanada, Japan, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien) im Schlussdokument nicht einmal mehr zum Freihandel bekennen würden. Der nächste Gipfel ist in Charlevoix in der Provinz Québec geplant.

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