Donald Trump in Nahost: "Ich werde alles für einen Friedensvertrag tun"

Tausende Israelis haben in Tel Aviv für ein Ende der seit 50 Jahren andauernden Besatzung der Palästinensergebiete demonstriert.

Abbas Bei seiner kurzen Visite in Bethlehem traf Trump auf Palästinenserpräsident Abbas. Andere Flugzeuge, die die Präsidentenmaschine begleiten, mussten auf Zypern zwischenlanden - aus saudischer Sicht darf es keine Direktflüge nach Israel geben. Für Israel sei andauernder, stabiler Friede das Ziel, sagte Trump.

Zum Frieden lässt Trump allein wissen, dass er beabsichtige, "alles in meiner Macht Stehende zu tun, um bei der Erreichung dieses Ziels zu helfen". Überschattet wurde sein Besuch von einer neuen Messer-Attacke bei Jerusalem, bei der der palästinensische Angreifer getötet wurde. Mit einem historischen ersten Direktflug von Saudi-Arabien landete er auf dem Flughafen Ben Gurion nahe Tel Aviv. Der US-Präsident hat allerdings auch seine Skandale aus der Heimat auf der Reise mit vielen komplizierten Stationen als schweren Ballast im Gepäck.

Trump betonte weiterhin das unzerstörbare Band zwischen Israel und den USA. "Wir werden niemals erlauben, dass sich die Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts wiederholen", sagte Trump unter Anspielung auf die millionenfache Vernichtung der Juden, ohne das Wort Holocaust zu benutzen.

Trump war mit der Präsidentenmaschine direkt aus der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eingeflogen. Es ist das erste Mal, dass ein US-Präsident Israel auf seiner ersten Auslandsreise besucht. "Unser grundsätzliches Problem sind die Besatzung und die Siedlungen sowie die Weigerung Israels, den Staat Palästina anzuerkennen, so wie wir Israel anerkennen", sagte Abbas nach einem Treffen mit Trump. Etwas verloren steht dann auch Abbas daneben, als Trump verkündet: "Frieden kann nicht in einer Umgebung entstehen, in der Gewalt toleriert, finanziert oder sogar belohnt wird". Das könnte nur eines der Probleme sein, sind doch der Akteure in diesem Teil der Welt viele. Wenn alle mit zupacken, habe "der Frieden in der Welt und sogar zwischen Israel und den Palästinensern" eine Chance. Der Holocaust sei "die dunkelste Stunde der Geschichte" und das "grausamste Verbrechen gegen Gott und seine Kinder", sagte er. Am Vortag hatte er in Jerusalem mit der israelischen Regierung über die Lage im Nahen Osten beraten.

"Wir wollen einen echten, dauerhaften Frieden, in dem die Sicherheit des jüdischen Staates gewährleistet ist und der Konflikt ein und für allemal endet", sagte der Regierungschef. Doch der Besuch wurde zuvor als privat deklariert, damit Israel ihn nicht als Zeichen für seinen Anspruch auf ganz Jerusalem als seine ewige, unteilbare Hauptstadt werten kann.

Der Besuch fällt mit den Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung Jerusalems vor 50 Jahren zusammen, die schon am Sonntagabend feierlich eröffnet worden sind.

Israel hatte während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland, den Gazastreifen und den Ostteil von Jerusalem erobert. Die letzte Begegnung zwischen dem israelischen Premier und dem Palästinenser-Präsidenten hatte beim Begräbnis des israelischen Ex-Präsidenten Shimon Peres im Herbst am Herzl-Berg in Jerusalem stattgefunden.

Israels Sicherheitskabinett hat unmittelbar vor Trumps Besuch eine Reihe von Erleichterungen für die Palästinenser gebilligt. Vor über einem Monat traten mehr als 1000 palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen in einen Hungerstreik, um eine Reihe von Forderungen durchzusetzen. Die Häftlinge fordern generell bessere Haftbedingungen.

Zuvor hatte Trump nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem angekündigt, sich mit ganzer Kraft für ein neues Friedensabkommen einsetzen zu wollen.

Im Zuge des Besuches soll der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubir Trump überzeugt haben, mit dem Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu warten. Israel setzt mehr als 10 000 Polizisten zur Sicherung des Besuchs ein; zentrale Straßen sollen gesperrt werden.

Zum Abschluss seiner Nahost-Reise stellt er außerdem klar, Stärke gegenüber Teheran zeigen zu wollen: Iran werde keine Atomwaffen besitzen. Trump besuchte auch die den Christen heilige Grabeskirche.

BETHLEHEM: Der Ort im Westjordanland zählt zu den bedeutendsten Stätten des Christentums im Heiligen Land.

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