Dortmund brach Titelfluch - 2:1-Sieg im Pokalfinale

BVB-Torjäger Pierre Emerick Aubameyang feiert ausgelassen

Eintracht Frankfurt steht gegen Borussia Dortmund zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale um den DFB-Pokal. Der gelbe Nebel - ausgelöst von erheblichem Pyrotechnik-Einsatz der Dortmunder Anhänger - gab erfreulicherweise rechtzeitig den Blick frei, damit alle im Stadion das Tor von Ousmane Dembélé in seiner ganzen Pracht bewundern konnten. Ante Rebic glich für die Eintracht aus (29.).

Dortmunds Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ließ sich nicht lange bitten. In der 2. Halbzeit jedoch bekam Dortmund einen Foulelfmeter zugesprochen. Das schwer erkämpfte und wenig triumphale 2:1 wurde geschäftsmäßig abgehakt. Dazu gehört wohl Torwart Lukáš Hrádecký, der den Klub mit seinen Glanztaten überhaupt erst ins Endspiel gebracht hatte - dann aber im Finale mit einem Foul an Christian Pulisic den entscheidenden Strafstoß verursachte. Für den BVB ist es nach 1965, 1989 und 2012 der vierte Pokalsieg - für Coach Thomas Tuchel und Nationalspieler Marco Reus, der sich erneut verletzte, erst der erste Titel im Herrenbereich. Das war ein hartes Stück Arbeit, nicht unser bestes Spiel. "Und wenn das so ist, dann wäre es fatal, gemeinsam in die neue Saison zu gehen". „Ja“, erklärt Tuchel und schiebt sofort ein, „ich will jetzt niemanden unter Druck setzen, aber, ja, ich würde auf jeden Fall gerne meinen Vertrag erfüllen, wenn das geht.“ In dieser Woche soll die wegweisende Zusammenkunft stattfinden, „es wird ein Gespräch geben, oder Gespräche, und ich will ja nicht naiv sein, ich weiß, sie sind ergebnisoffen.“ Thomas Tuchel wirkt zerbrechlich in diesem Augenblick, ein bisschen melancholisch, fast sogar leicht demoralisiert.

Sportvorstand Fredi Bobic (Eintracht Frankfurt): "Wir haben es dem großen Favoriten schwer gemacht".

"Das wird zwei, drei Tage dauern, ehe wir realisieren, dass wir auch stolz sein können".

Nach dem Pokalfinale gegen Dortmund überwiegt bei Eintracht Frankfurt die Enttäuschung. Deshalb ist es traurig, dass wir nur Zweiter sind. Es war einfach knapp, eine Verlängerung wäre verdient gewesen. Die Unterstützung unserer Fans war überragend.

Roman Bürki, Borussia Dortmund: "Ich habe noch nie in einer Saison so viel erlebt". Das war ein Hammer-Feeling vor dieser Kulisse zu spielen.

Bundestrainer Joachim Löw (r) und der Teammanager Oliver Bierhoff schauten sich das Pokalfinale in Berlin an. Aber so ist es natürlich besser, ich freue mich unmenschlich.

Es wäre der perfekte Abschied: Mit seinem Elfmetertor zum 2:1 schenkte der Gabuner Thomas Tuchel, seinem Kumpel Marco Reus und den Fans den Pokal, den er gar nicht mehr herbgeben wollte.

Bekannt ist, dass die beiden sich in den Haaren hatten, weil Tuchel nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus nicht am nächsten Tag gegen Monaco spielen wollte, Watzke genau das aber durchsetzte. "Wir haben vielleicht unser schlechtestes Spiel gemacht, aber das ist egal, wir haben den Pott endlich wieder nach Dortmund geholt". An diesem Abend hinterließ der Dortmunder Auftritt im Olympiastadion den Eindruck, "als hätten wir sehr viel zu verlieren". "Wenn Du kein Vertrauen und keine Verbindung in der Mannschaft hast, erreichst Du deine Ziele nicht". Das war nicht unser bestes Spiel. Mehr geht nicht. Die Kurve hat 150.000 Euro für die Choreo gesammelt.

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