Grundstein des weltweit größten optischen Teleskops gelegt

Die Computersimulation zeigt das Super Teleskop in der Atacama-Wüste

In Chiles Atacamawüste ist der Grundstein für das größte optische Teleskop der Welt gelegt worden. Die Vertreter der Regierung und der Europäischen Südsternwarte (ESO) verlegten den Festakt vom künftigen Teleskopstandort in eine Residenz am Fuß des Gebirges. Mit einem Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser soll es als Riesenauge den Blick gen Himmel richten, um erdähnliche Planeten, Sterne und Galaxien zu beobachten. Die Anlage wird mit fünf riesigen Spiegeln ausgestattet sein - der größte misst 39 Meter im Durchmesser und besteht aus rund 800 Teilstücken. Der größte davon wir einen Durchmesser von 39 Metern haben. Die derzeit grössten Teleskope haben maximal Zehn-Meter-Spiegel.

"Der Sprung von den gegenwärtigen Teleskopen zum ELT ist etwa so groß wie der Sprung von Galileos Auge zu seinem Teleskop", erklärt Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO. Mit dem Riesenteleskop werde womöglich auch Leben im All entdeckt. Er verglich die historische Bedeutung des Projekts mit dem Fernrohr, das Galileo Galilei vor gut 400 Jahren gen Himmel richtete. Eines der Ziele ist die Erkundung von Exoplaneten weit ausserhalb des Sonnensystems, auf denen es Leben geben könnte.

Für den Bau war die Spitze des Armazones-Berges (3048 Meter) 130 Kilometer südlich von Antofagasta im Norden Chiles gesprengt worden. An diesem Freitag, den 26. Mai, will Chiles Staatschefin Michelle Bachelet den Grundstein legen. Die eigentlich geplante symbolische Grundsteinlegung durch die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet musste ausfallen, denn die in 3000 Metern Höhe herrschenden Winde waren so stark, dass dies nicht möglich war. Dafür war es am Freitag allerdings zu windig. Erst kürzlich machten Entdeckungen bei dem Roten Zwergstern Trappist-1 und bei dem Stern Proxima Centauri Schlagzeilen. Unter anderem betreibt sie dort das Very Large Telescope (VLT), das bisher leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts. Dieses Ziel könnte im nächsten Jahrzehnt erreicht werden, sind die Astronomen zuversichtlich. Der niederländische Astronom De Zeeuw hat mit seinen Kollegen in jahrelanger Überzeugungsarbeit bei Politikern die 1,1 Milliarden Euro eingeworben, die zur Finanzierung notwendig sind.

Die Baukosten betragen rund 1,1 Milliarden Euro.

Das Europäische Teleskop ist nicht das einzige Projekt, um den Himmel besser zu erkunden. Und auf Hawaii soll bis 2022 ein "Thirty Meter Telescope" (TMT) - eine Initiative des California Institute of Technology (Caltech) mit kanadischen Universitäten - entstehen - dieser Zeitplan könnte sich aber verzögern.

De Zeeuw glaubt, dass es für die Forschung durchaus nützlich sein kann, mehrere Riesen-Teleskope gleichzeitig zu haben. "Man arbeitet schneller und besser, wenn man mit jemandem konkurrieren muss, betont er".

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