SPD zofft mit sich selbst: Stegner geht auf Steinbrück los

Martin Schulz

Bei den Verhandlungen zum Koalitionsvertrag 2013 habe die SPD bereits versucht die Union aus der homophoben Ecke zu holen, was aber bekanntlich nicht gelungen ist. Für einen Augenblick sind die schlimmen Wahlpleiten und deprimierenden Umfragen vergessen, ist der Schulz-Effekt, der über Wochen die Partei elektrisierte und dann verpuffte, wieder zu spüren. Steinbrück hatte vergangenen September sein Bundestagsmandat niedergelegt. "Eine SPD-geführte Bundesregierung wird in den ersten 100 Tagen alle notwendigen Initiativen ergreifen (.), um sicherzustellen, dass diese Schande, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, aufgelöst wird", sagte Schulz am Samstag bei einer Wahlkampf-Konferenz vor rund 500 SPD-Funktionären in Berlin. Als ein Kopf der Parteilinken klagt SPD-Bundesvize Ralf Stegner noch ein Stück schärfer: "Andere, selbst an ihrer Hybris gescheitert, geben via Kommentaren der Partei, der sie (noch) angehören, unerbetenen schlechten Rat". Die Konzepte für Steuern und Rente fehlen noch. Schulz kritisierte die Ankündigung von CSU-Chef Horst Seehofer, der den Wählern "wuchtige" Steuersenkungen in Aussicht gestellt hat.

Wie nennt man einen Menschen, der genau weiß, dass es falsch ist, was er tut, - und es dennoch nicht lassen kann? "Nein, ich bin für wuchtige Investitionen", sagte er.

Schulz ging bei der Veranstaltung direkt auf die Kritik ein, er sei vor den verlorenen Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen öffentlich auf Tauchstation gewesen - während Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei diversen Gipfeltreffen Weltpolitik gemacht habe.

In kaum einem EU-Land ist die Lohnlücke so groß wie in Deutschland. "Die Bundestagswahl wird weder in Washington noch in Moskau entschieden, aber auf diesen Dörfern, wo ich tingele", sagte Schulz.

In seiner 70-minütigen Rede machte Schulz deutlich, dass die soziale Gerechtigkeit sein zentrales Wahlkampfmotiv bleibt. Die Lohnungleichheit sei für ihn ein Beispiel, dass es trotz Wohlstands und Wachstums nicht gerecht zugehe. Peer Steinbrück. 2013 ging er nach einer Pannenserie als Kanzlerkandidat unter.

Peer Steinbrück
Peer Steinbrück rät seiner Partei zu einer Absage an eine rot-rot-grüne Koalitionsoption

So seien die 100 Prozent bei dessen Wahl zum Parteichef "vergiftet " gewesen: "Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt, und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?", fragt Steinbrück im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS").

Inhaltlich gebe er allen Recht, die an Schulz' bisherigen Akzenten zweifeln: "Die Konzentration auf die Gerechtigkeit reicht nicht, es muss etwas dazu kommen, das Fortschritt, Zukunftsoptionen verdeutlicht", so Steinbrück.

"Heulsusen" hatte der frühere SPD-Kanzlerkandidat seine Genossen genannt und davor gewarnt, nur auf das Thema soziale Gerechtigkeit zu setzen - nun ist das Gejammer groß.

Der ganze Zorn der Partei richtet sich gegen einen Mann, mit dem viele in der SPD nie warm wurden: Peer Steinbrück.

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