Steinbrück rät SPD: Thema Gerechtigkeit allein reicht nicht

Thomas Oppermann Quelle über dts Nachrichtenagentur

Mit deftiger Kritik kommentiert er den aktuellen Wahlkampf von Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz, dem er rät, nicht allein auf soziale Gerechtigkeit zu setzen und keine Mitte-Links-Koalition anzustreben.

Der ging 2013 nach einem völlig verkorksten Wahlkampf - der unter der Rubrik "Pleiten, Pech und Peer" verbucht wurde und bei 25,7 Prozent endete - als Kanzlerkandidat unter.

Außerdem hielt der Ex-Finanzminister seiner Partei vor, beim Schulz-Hype die Bodenhaftung verloren zu haben.

Zwar dürfte einiges, was Steinbrück in mehreren Sonntags-Interviews losgelassen hat, aufgrund seiner neuen Berufung überzeichnet sein.

Die beiden Pointen der Debatte: Steinbrück wollte mit seinen Interviews vor allem Werbung für seine bevorstehende Kabarett-Bühnentour machen.

Zu Schulz sagte Steinbrück, das 100-Prozent-Ergebnis bei dessen Wahl zum Parteivorsitzenden im März sei "vergiftet" gewesen. "Eine SPD-geführte Bundesregierung wird in den ersten 100 Tagen alle notwendigen Initiativen ergreifen (.), um sicherzustellen, dass diese Schande, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, aufgelöst wird", sagte er.

Das trieft vor Häme. Kurios." Auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), griff Steinbrück an: "Das ist mies. "Charakterlich. Inhaltlich. Strategisch. Taktisch". Trotz der Niederlagen bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland muss die SPD nach Ansicht von Steinbrück aber auch weiterhin auf ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz setzen. Inhaltlich gebe er allen recht, die an Schulz' bisherigen Akzenten zweifeln: "Die Konzentration auf die Gerechtigkeit reicht nicht, es muss etwas dazu kommen, das Fortschritt, Zukunftsoptionen verdeutlicht", so Steinbrück.

Rund vier Monate vor der Bundestagswahl hat der frühere SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück den Sozialdemokraten zudem einer Absage an eine rot-rot-grüne Koalitionsoption nahegelegt. Besser wäre eine Annäherung an die FDP. Als ein Kopf der Parteilinken kritisiert SPD-Bundesvize Ralf Stegner noch ein Stück schärfer: "Andere, selbst an ihrer Hybris gescheitert, geben via Kommentaren der Partei, der sie (noch) angehören, unerbetenen schlechten Rat".

Die SPD sollte lockerer werden. Die Genossen seien "häufig zu verbiestert, wahnsinnig überzeugt von der eigenen Mission", sagte er in der "FAS".

Unangenehm für die SPD ist nur: Steinbrück übertreibt, aber er trifft meistens heikle Punkte. "Nur wehe, sie sprechen ihn aus", stichelte Steinbrück.

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema.

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