Trump will Personal im Weißen Haus aufstocken

In der Russland-Affäre nimmt das FBI nun auch den Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump Jared Kushner, ins Visier

Es habe sich gezeigt, dass das Weiße Haus "in seiner gegenwärtigen Struktur (.) nicht wirklich für einen Krieg an einer Front vorbereitet war, geschweige denn für einen Zweifrontenkrieg". Medienberichten zufolge steht der US-Präsident mittlerweile unter derart großem Druck, dass er ein Krisenzentrum ("War Room") im Weißen Haus zur Bewältigung der wachsenden politischen und juristischen Herausforderungen plant.

Insidern zufolge soll der Berater und Schwiegersohn von Trump, Jared Kushner, häufiger mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak gesprochen als bislang bekannt. Oleg Deripaska, ein Aluminium-Magnat mit angeblichen Kontakten zum organisierten Verbrechen, stand einst in Geschäftsbeziehungen mit Paul Mannafort, dem Leiter der Wahlkampfkampagne Donald Trumps. Was Trumps Emissären vorschwebte, schreibt die New York Times, waren direkte Drähte, um hinter den Kulissen mit Militärexperten in Moskau zu reden. Die Berichte über Kushners geplanten geheimen Kommunikationsdraht bezeichnete er als "fabrizierte Lügen".

Laut der Zeitung denkt Trump auch daran, besonders offensiv auftretende ehemalige Wahlkampfmitarbeiter zurückzurufen. Diskussionen mit ihnen über die Einrichtung eines "War Rooms" - eines Strategiezentrums in Krisenzeiten - seien im Gange. Nach neuesten Enthüllungen soll Schwiegersohn Jared Kushner sich um einen geheimen Gesprächskanal mit Russland bemüht haben. Nach Berichten von US-Medien sind private Anwälte Trumps darauf eingestellt, die Juristen der Machtzentrale zu unterstützen. Zudem setzte sich der als Vertreter einer Realpolitik geltende Kushner zuletzt immer mehr gegen populistische Berater wie den Chefstrategen Stephen Bannon durch. Dennoch geniesst Lewandowski Trumps Vertrauen - etwas, das viele von dessen Beratern nicht haben.

Zuerst einmal ließ der Präsident jedoch eine Reise nach Iowa absagen, um sich nach seiner Rückkehr vom G-7-Gipfel in Italien persönlich um das neue Krisenmanagement kümmern zu können.

Bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak Anfang Dezember habe Kushner vorgeschlagen, eine abhörsichere Kommunikationsvorrichtung in einer russischen Vertretung in den USA einzurichten, hieß es in dem Bericht. Es sei das erste Mal, dass die Kampagne selbst in die Untersuchungen einbezogen worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Quelle sollen russische Aufzeichnungen sein.

Kisljak war dem Bericht zufolge über den Vorstoß erstaunt und informierte seine Vorgesetzten. Der "New York Times" vom Samstag zufolge schlug Kushner vor, den geheimen Kanal zur Erörterung von Syrien-Strategien und anderen politischen Fragen zu benutzen. Er wurde von Trump im Januar zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt, musste im Februar aber nach nur dreieinhalb Wochen im Amt zurücktreten, weil er die Unwahrheit über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter gesagt hatte.

Russland soll versucht zu haben, die Wahl zugunsten von Trump zu beeinflussen. Die Bundespolizei FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen vor diesem Hintergrund Kontakte des Trump-Lagers nach Moskau. Im Kern geht es um die Frage, ob es Absprachen beider Seiten und Versuche einer Vertuschung dieser Kontakte gegeben hat, die als Rechtsbehinderung geahndet werden könnten.

Kushner hatte sein Treffen mit Kisljak zunächst nicht pflichtgemäss angegeben, dies jedoch später nachgeholt. Diese Formulierung beschreibt jemanden, der als wichtig bei Ermittlungen gilt, aber nicht zwangsläufig eines Vergehens verdächtigt wird. Die Washington Post berichtet, dass das ursprüngliche Gespräch Kushner/Kisljak in Trumps Büro-Tower in Manhattan nicht von der US-Lauschbehörde NSA abgehört worden war. Dies ist laut Washington Post das erste Mal, dass ein Senatsausschuss das gesamte Wahlkampflager zum Gegenstand von Ermittlungen macht.

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