Abschied von Thomas Tuchel als Dortmund-Trainer

BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke und der designierte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet posieren in Berlin mit dem DFB-Pokal

Die Atmosphäre beim Siegerbankett war verhalten. Nicht nur das Verhältnis zwischen Tuchel und der Vereinsführung um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist gestört.

Insbesondere nach dem DFB-Pokalsieg am Samstag äußern viele Fans im Netz jedoch ihr Unverständnis über die Entscheidung von Borussia Dortmund, Tuchel, der seit der Saison 2015/16 beim BVB im Amt war, zu entlassen. Der erste Titelgewinn seiner Karriere tröstete den Pechvogel der vergangenen Jahre ein wenig über eine möglicherweise längere Zwangspause hinweg: "Es ist vielleicht ein bisschen Kreuzband". Präsident Reinhard Rauball und Sportdirektor Michael Zorc stellten sich demonstrativ an Watzkes Seite. "Es wird Gespräche geben". In München beim Halbfinale war die Freude unglaublich groß, wie eine Explosion. "Ich möchte meinen Vertrag erfüllen, bin aber auch nicht naiv". Ein Versöhnungsangebot machte er auch im Moment des Erfolges nicht, sprach keinen Dank an die Klubführung aus, räumte keine eigenen Fehler in dem Konflikt ein, während Rauball und Watzke dem Trainer der eigenen Mannschaft keinen Pokal zu gönnen scheinen. "Ich kann aber nicht sagen, wie sie ausgehen". Schon lange beschlossen, aber keiner will's verkünden.

Tuchel hat die Führungskräfte des BVB so manches Mal vor den Kopf gestoßen, nicht zuletzt, als er ihnen vorwarf, nach dem Bombenanschlag auf die Mannschaft am 11. April zu nachgiebig gegenüber der Europäischen Fußball-Union gewesen zu sein, die das Champions-League-Spiel gegen Monaco schon für den nächsten Tag neu ansetzte. "Wenn ich versuche, die Rampensau zu geben, fühlt sich das immer sehr ungelenk an". Die Kurve würde seinen Namen rufen, das wäre ihm unangenehm. Lieber heftete er sich die Leistung seines Teams ans Revers.

Aber tut sie das wirklich? Zur Verblüffung seiner Kollegen schnappte sich der Torschütze zum 1:0 (8.) auf dem Rasen kurzerhand den Pokal und überreichte ihn dem Trainer. Zum einen lag er mit seiner Start-Aufstellung (Matthias Ginter vor der Abwehr) daneben. "Ich bin jetzt echt leer", sagte der großgewachsene, hagere Mann im Trainingsanzug, "aber ich bin glücklich, tief glücklich". Auch so ein vergiftetes Lob. Sahin sei der Einzige, der den ausgefallenen Julian Weigl hätte ersetzen können. Und wer das Duell mit Werder Bremen am letzten Spieltag der Bundesliga verfolgt hat, dem dürfte nicht verborgen geblieben sein, wie weit Sahin nach seiner Verletzungspause von der Bestform entfernt ist.

Dass sich die Wege von Borussia Dortmund und Thomas Tuchel dennoch trennen, stößt bei Teilen unserer Fans auf Kritik und Unverständnis.

Was Schmelzer in dem Moment, in dem die Kabinenfeier bereits im Gange war, dann sagte, war indes dann nicht mehr ganz so normal. "Deshalb hat es mich sehr überrascht".

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