Auch Juncker für mehr Eigenständigkeit der Europäer

Die Flaggen der Mitgliedsländer der Europäischen Union wehen vor dem Europa Parlament in Straßburg im Wind

Bereits am Samstag beklagte sie auf dem G7-Gipfel eine "sehr unzufriedenstellende" Diskussion mit der US-Regierung, weil keine Einigung beim Thema Klimapolitik gelang.

Angesichts der schweren Krise des G7-Bündnisses und tiefgreifender Differenzen mit den USA hat Kanzlerin Angela Merkel den Zusammenhalt Europas beschworen. Die Europäer müssten ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, sagte sie in München. Doch jetzt hat sich die Kanzlerin so deutlich wie nie als Europas Verteidigerin gegen Trump in Szene gesetzt - eine Rolle, die eigentlich SPD-Herausforderer Martin Schulz gern besetzen würde. Der US-Präsident setze nicht auf internationale Kooperation, "sondern auf Isolationismus und das vermeintliche Recht des Stärkeren".

Linke-Chefin Katja Kipping bezeichnete Trump als "infantilen Narzissten".

Der Grünen-Außenexperte Jürgen Trittin stellte sogar die Partnerschaft mit Trump grundsätzlich in Frage: "Ein Nationalist kann kein Partner sein in einer Welt, die nach mehr und nicht nach weniger internationaler Kooperation verlangt".

"Europa ist die Antwort".

Die führende liberale Zeitung "Adevarul" kommentiert: "Wir können in dieser durch ihre Radikalität scheinbar unerwarteten Äußerung (Merkels) nicht den Ausdruck eines Systembruchs sehen, sondern eines Übergangs in eine neue Phase der Evolution, die der deutsch-französische Motor angekündigt hat - nämlich die Schaffung einer neuen Grundlage für das europäische Projekt". Nach dem frustrierenden G7-Gipfel hat Kanzlerin Merkel Europa zu mehr Eigenständigkeit aufgerufen.

Dass die Europäer ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollen, kommt diesseits des Atlantiks aber auch gut an. Europa bleibe aber offen für die Welt und bereit, sich zu engagieren. Ein Gespräch der EU-Spitzen mit Trump vergangene Woche in Brüssel war nach Teilnehmerangaben enttäuschend verlaufen. "Wir wollen weiterhin gute transatlantischen Beziehungen", sagte Junckers Sprecher. Die Union werde im Wahlkampf den Menschen "Sicherheit und Wohlstand" zusagen. "Merkel greift an, ein Jahreszeitenwechsel von großer Tragweite". Die "Washington Post" schrieb: "Merkel schlägt ein neues Kapitel der US-europäischen Beziehungen auf". Merkel habe sich eindeutig gegen Trump gewandt, so das Blatt: "Sie hat ihn glasklar zurückgewiesen, ohne ihn ein einziges Mal beim Namen zu nennen".

Nach dem erfolglosen G7-Gipfel hat Kanzlerin Angela Merkel Europa dazu aufgerufen, sich auf seine. "Ihre Äusserung, wonach die USA kein verlässlicher Partner mehr seien, ist eine direkte Folge von Trumps Worten und Taten". Die USA seien immer noch ein "wesentlicher Partner, aber nicht mehr der erste Verbündete in jeder Frage". "Dieses ist eine bedeutende Rede in der Restrukturierung der Weltmächte", befand der Medienwissenschaftler Jeff Jarvis. Merkels Rede stehe vielmehr in einer Linie mit ihren früheren Äußerungen zu Trump und ihrem Wunsch nach einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit. Die Zeiten, in denen man sich auf andere völlig verlassen könne, seien "ein Stück weit vorbei". Das habe G7 nochmals deutlich gezeigt. Aber die deutsch-amerikanische Beziehung war bis heute wohl wichtiger. CDU-Generalsekretär Peter Tauber betonte, dass es nicht "um eine Neuausrichtung unserer Politik" gehe.

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