Britische Parteiführer kämpfen im TV um Wählerstimmen

Theresa May im Kurzwahlkampf. Der Brexit Verhandlungsstart bleibt

Ein starker Führungsstil bei den Tories, soziale Gerechtigkeit bei Labour: Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen in Grossbritannien haben sich die Vorsitzenden der beiden grossen Parteien in Fernsehinterviews positioniert.

Die britische Premierministerin Theresa May würde nach ihren Worten eher ganz auf einen Austrittvertrag mit der Europäischen Union (EU) verzichten, als einen schlechten abzuschließen. Im Gegensatz dazu erklärte der Labour-Chef Jeremy Corbyn am Montag, er würde im Falle eines Wahlsiegs sicherstellen, dass es eine Einigung mit der EU geben werde.

Premierministerin May meinte mit Blick auf das Attentat, es sei wichtig, die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen.

Die britische Premierministerin Theresa May hat in einer TV-Befragung für eine harte Linie gegenüber der EU plädiert. Der Start der Gespräche am 19. Juni werde keinesfalls verlegt.

Auch die Sicherheitspolitik war in der Fragerunde ein großes Thema.

Labour-Chef Jeremy Corbyn setzte auf innenpolitische Themen wie Investitionen in Bildung, Erziehung, Gesundheitssystem und Polizei. Angesichts des Anschlags in Manchester betonte Corbyn auch die Notwendigkeit eines außenpolitischen Wandels. "Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt - wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können".

May hatte die Wahl vorgezogen, um von ihrer guten Position in der Wählergunst zu profitieren. Kritik aus dem Publikum bekam sie für die von den Konservativen geplanten Einschnitte bei den Sozialleistungen.

Der Labour-Chef musste sich unter anderem Fragen zu seinem Verhältnis zur katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), zur Monarchie und zu Atomwaffen stellen. Mays Konservative liegen aber weiter in Führung - der aktuellsten Umfrage zufolge aber nur noch mit 37 zu 43 Prozent. Der Vorsprung ist in den vergangenen Wochen aber deutlich geschrumpft. Eine direktes TV-Duell mit Corbyn hatte May abgelehnt.

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