Kushner wollte geheimen Draht nach Russland

In der Russland-Affäre nimmt das FBI nun auch den Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump Jared Kushner, ins Visier

Donald Trumps Schwiegersohn und Berater hat nach einem Bericht der Washington Post die Möglichkeit eines geheimen Kommunikationskanals zum Kreml erwogen.

Gewährsleute hatten der "Washington Post" und der Nachrichtenagentur AP gesagt, dass Kushner im Dezember die Einrichtung eines geheimen Kommunikationskanals mit dem Kreml vorgeschlagen hatte. Die Bundespolizei FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen vor diesem Hintergrund auch Kontakte zwischen dem Trump-Lager und Moskau.

Kisljak trug das Ansinnen, das US-Geheimdienstfachleute als "naiv" bis "verrückt" bezeichnen, nach Moskau weiter. Kushner liess über seinen Anwalt auf jeden Fall ausrichten, er werde dem Sonderstaatsanwalt Robert Mueller zur Verfügung stehen, damit man der Sache auf den Grund gehen könne.

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Der 36-Jährige soll demnach in einem Gespräch mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak angeregt haben, die russische Botschaft in Washington für die Kommunikation zu nutzen.

Die Untersuchungen von Senat und FBI sollen nun unter anderem die Frage klären, ob der inoffizielle Kommunikationskanal langfristig bestehen bleiben sollte - und ob neben Syrien weitere Themen bei den Treffen diskutiert wurden, etwa die von Obama verhängten Sanktionen gegen Russland nach dem Einmarsch in der Ukraine.

Schon am Donnerstag hatte die "Washington Post" berichtet, dass das FBI seine Ermittlungen in der Russland-Affäre auf Kushner ausgeweitet habe.

Ob die Trump-Truppe im Weißen Haus, die in ihren ersten Monaten im Amt von einem Skandal in den anderen gestolpert ist, genug Disziplin für ein solches Vorhaben aufbringt, ist ungewiss. Der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka, einer der engsten Mitarbeiter Trumps, hatte sich im Dezember mit dem russischen Botschafter in Washington und einem russischen Banker getroffen, meldete die Zeitung. An dem Treffen im New Yorker Trump Tower nahm demnach auch Michael Flynn teil, der im Februar nach nur dreieinhalb Wochen als Nationaler Sicherheitsberater zurücktreten musste, weil er die Unwahrheit über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter gesagt hatte.

Nicht ausgeschlossen wird aber von US-Geheimdiensten, dass der kurze Draht auch dazu dienen sollte, eine spezifische wirtschaftliche Annäherung zwischen Moskau und Washington auszuloten.

Dabei handelt es sich um Ex-Sicherheitsberater Flynn, den früheren Kampagnenchef Paul Manafort, den republikanischen Parteistrategen Roger Stone und den zeitweiligen aussenpolitischen Berater der Trump-Kampagne, Carter Page. Ermittlungen von FBI und Kongress sollen klären, wer von Trumps Helfern mit den Russen kooperiert hat. Bisher seien nur Einzelpersonen Ziel der Untersuchungen gewesen. Dies bedeute aber nicht, dass er eines Verbrechens verdächtigt werde, hieß es. Es habe sich gezeigt, dass das Präsidialamt "in seiner gegenwärtigen Struktur (.) nicht wirklich für einen Krieg an einer Front vorbereitet war, geschweige denn für einen Zwei-Fronten-Krieg".

Klar ist, dass nicht nur im Weissen Haus, sondern auch in der Republikanischen Partei die Frustration wächst, weil die politische Tagesordnung unter dem täglichen Aufruhr um Trump leidet.

Den Berichten zufolge haben "Art und Ausmaß" der Russlandkontakte Kushners das Interesse des FBI geweckt. "Immer wenn Sie die Worte 'Quellen sagen' in den Fake-News-Medien sehen, und sie keine Namen nennen, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Quellen nicht existieren, sondern von Fake-News-Schreibern erfunden werden".

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