Lehrer klagen an: "Inklusion wird nicht gelingen, wenn ..."

Inklusion an der Schule

Wegen fehlenden Fachpersonals und einer ungenügenden finanziellen Ausstattung hinkt die Umsetzung der schulischen Inklusion in Deutschland nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) ihren eigenen Ansprüchen "weiter hinterher". Es ist die dritte VBE-Umfrage ihrer Art im Land, sodass Entwicklungen sichtbar werden. Schon damals beklagten sich viele Lehrer darüber, dass die Schulen oftmals nicht entsprechend ausgestattet seien, um auch Behinderten die Teilnahme am normalen Schulalltag zu ermöglichen.

Dabei bekommt die Staatsegierung zum Großteil schlechte Noten: Die Lehrer bemängeln vor allem die unzureichende Vorbereitung und das wenige Personal.

20000 Schüler mit Behinderungen besuchen in Bayern eine Regelklasse. Zwei Drittel sagen, dass trotz des Hinzukommens eines behinderten Kindes die Klassengröße gleich geblieben sei. 28 Prozent der Lehrer in inklusiven Lerngruppen hätten zuvor keine Erfahrung im gemeinsamen Unterricht sammeln können.

Und die Zahl der Inklusionskinder an Regelschulen steigt stetig, die Zahl der Schüler in Förderzentren aber auch.

Trotz allem halten viele Lehrer gemeinsames Lernen für sinnvoll, weil es Toleranz sowie soziale Kompetenzen fördere und Berührungsängste abbaue. Denn nur mit einer fachlich qualifizierten Unterstützung "lassen sich auch die unbedingt notwendige innere Differenzierung und die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes effektiv umsetzen", ergänzte Michael Piazolo, bildungspolitischer Sprecher der Freien Wähler. Manche kommen zwar mit einem sogenannten Schulbegleiter, der mit im Klassenzimmer sitzt und eingreift, wenn das Kind über die Stränge schlägt.

Braun fordert: "Schluss mit stundenweiser Förderung, Schluss mit stundenweiser Unterstützung, Schluss mit stundenweiser Beziehungsarbeit". Nach den Worten von Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser werden bis zum Jahr 2022 insgesamt 1350 zusätzliche Lehrerstellen für Inklusion geschaffen.

Neben der Personalausstattung ist laut Umfrage die Eignung der Schulgebäude für den gemeinsamen Unterricht ein großes Problem. Wie gut die Inklusion klappt, hängt nach Angaben der Schulleiterin Anita Scherm vom Grad der Behinderung ab.

So kann Inklusion funktionieren: Stets eine Lehrkraft, ein Sonderpädagoge und ein Helfer im Unterricht - aber wo gibt's das?

Erheblichen Personalbedarf gebe es zudem bei Schulsozialarbeitern, Pyschologen und Krankenschwestern. Auf Beschluss des Landtags befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunft der Schulform.

81 Prozent der für die Studie befragten Lehrer fordern sogar, dass inklusive Klassen ständig mit einem Lehrer und einem Sonderpädagogen besetzt werden.

Das bayerische Kultusministerium verwies als Reaktion auf die Studie unter anderem auf 600 zusätzliche Lehrerstellen, die seit 2011 eigens für die Inklusion zur Verfügung gestellt worden seien.

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