MI5 wurde angeblich vor Salman Abedi gewarnt

Schwerbewaffnete Polizisten auf den Straßen sind in Großbrittannien ein ungewohntes Bild

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat einem Insider zufolge eine interne Untersuchung zum Anschlag in Manchester eingeleitet. Durch den Anschlag von Manchester ist nun auch die Sicherheitspolitik in den Mittelpunkt gerückt.

In einem Interview mit dem britischen Fernsehsender Sky News erklärte Rudd, dass die Untersuchung im eigenen Haus durch den Geheimdienst der "erste richtige Schritt" bei der Aufarbeitung des Anschlags sei. In der Nacht auf Montag wurde ein 23-Jähriger festgenommen. Die britische Polizei hält 14 Personen in Untersuchungshaft.

In Manchester selbst sowie in der Gegend um Chester südwestlich der nordenglischen Metropole und in Pilsworth nördlich der Stadt durchsuchte die Polizei demnach drei weitere Häuser. "Ein unangenehmer Junge, auf niveaulose Weise unverschämt, nie mit den Hausaufgaben fertig" - die Charakterisierung eines Lehrers fasst die Meinung vieler Menschen zusammen, die Abedi im Lauf seines kurzen Lebens über den Weg liefen. Neben den Festnahmen in Grossbritannien wurden in Libyen der Vater und der Bruder des Attentäters festgenommen. Der 20-jährige Hashim Abedi gehöre einer Dschihadisten-Gruppe an. Auf Bildern von Überwachungskameras trägt Salman Abedi einen Rucksack und eine Brille. Premierministerin Theresa May begründete das mit Fortschritten bei den Ermittlungen.

Salman Abedi, der Attentäter von Manchester, am Abend des Selbstmordanschlags.

Tausend Beamte sind in zwei Schichten rund um die Uhr im Einsatz, um mögliche Komplizen des Selbstmordattentäters Salman Abedi zu finden, der sich in der vergangenen Woche nach einem Popkonzert in der Manchester Arena in die Luft sprengte und dabei 22 Menschen in den Tod riss sowie 116 meist schwer verletzte, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche. Hashim Abedi soll ausgesagt haben, dass er und Salman die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützten.

Unterdessen haben am Sonntag in Manchester zehntausende Sportler und Zuschauer ein beeindruckendes Zeichen gegen den Terror gesetzt. Die Terrorstufe "ernst" bedeute aber, dass ein Anschlag immer noch sehr wahrscheinlich sei. Am langen Wochenende waren zahlreiche Großveranstaltungen angesetzt, darunter die Endspiele um den englischen und den schottischen Fußballpokal sowie ein Straßenlauf und ein großes Rockkonzert im Manchester. Der Montag ist ein gesetzlicher Feiertag.

Großbritannien hatte Abedis Eltern Asyl gewährt, weil sie vor dem Regime von Muammar al Gaddafi aus Libyen geflohen waren. Gestern wurden ein 25- und ein 19-Jähriger festgenommen, wie die Ermittler am Abend mitteilten. Außerdem gibt es laut Polizei eine Durchsuchung im Stadtviertel Moss Side.

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