Panama: Ex-Diktator Noriega im Alter von 83 Jahren gestorben

Porträt

Sein Name steht für Morde, Drogengeschäfte - und für die unrühmliche Rolle der USA in Lateinamerika. Er starb in der Nacht im Alter von 83 Jahren in Panama-Stadt, wie die Regierung mitteile.

Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

Noriega war einer der berüchtigtsten Diktatoren Lateinamerikas überhaupt. Im März wurde ihm in einem Krankenhaus in Panama-Stadt ein gutartiger Hirntumor entfernt. Als Chef des Geheimdienstes G-2 avancierte er zunächst zur rechten Hand des Präsidenten Omar Torrijos Herrera, ehe er ab 1983 de facto selbst die Macht übernahm. Formal "hielt" er sich Präsidenten gleichsam wie Marionetten. Zwischen 1971 und 1987 stand er auf der Gehaltsliste der CIA und kassierte Jahr für Jahr jährlich bis zu 200.000 Dollar. Der einstige Verbündete der USA war Ende der 1980er Jahre wegen seiner Verbindungen zum kolumbianischen Medellin-Kartell in Ungnade gefallen und bei der US-Militärintervention "Just Cause" gestürzt worden.

Manuel Noriega hatte Panama von 1983 bis zur einer US-Invasion 1989 als Militärmachthaber regiert und saß später im Gefängnis.

Wegen Drogenhandels saß der ehemalige Diktator in den USA rund 20 Jahre in Haft. Aufgrund von Geldwäschevorwürfen verbüßte er anschließend noch zwei Jahre in französischer Haft. Dort wurde er erneut zu langen Haftstrafen verurteilt, unter anderem wegen des Verschwindens von Oppositionellen während seiner Herrschaft und des sogenannten Massakers von Albrook. Zur Last gelegt wurden ihm politische Morde sowie Menschenrechtsverletzungen. Mit dem Tod des Ex-Generals sei ein Kapitel der Geschichte Panamas abgeschlossen, schrieb Varela auf seinem Twitter-Account weiter. Im Jänner wurde er wegen seines Gesundheitszustands in Hausarrest entlassen. Es ist eines der dunkelsten, die das Land aufzuweisen hat.

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